Archiv - 2006

Jahreshauptversammlung

Auch die besten musischen und kulturellen Institutionen müssen sich den profanen Zwängen des deutschen Vereinsrechts beugen, und so sah man Freitagabend eine Reihe tief vermummter Gestalten durch Kälte, Eis und Schnee dem Bürgerstübchen in Kuchen-heim zustreben, um einer der Grundpflichten eines jeden Vereinsmitglieds nachzu-kommen.

Hans Fellbach, der 1. Vorsitzende des Mandolinenorchesters Kuchenheim, hatte die Vereinsmitglieder zur Jahreshauptversammlung ins gemütlich warme Sälchen dorthin eingeladen. Er begrüßte die Erschienenen und gedachte zunächst der Mitglieder, die im vergangenen Jahr für immer von uns gegangen sind. Es waren dies die inaktiven Mitglieder Ludwig Jansen und Christian Hack sowie die aktiven Mitglieder Franz Ulmer und Erich Radermacher. Manch einem der Anwesenden wurden die Augen feucht bei dem Gedanken, dass die Verstorbenen im vergangenen Jahr noch mitten unter uns gesessen hatten.

Hans Fellbach bedauerte, dass von den 130 Mitgliedern nur 22 anwesend wären und dass im Jahr 2005 außer dem Weihnachtskonzert und der Mitgestaltung beim Weih-nachtsgottesdienst am 26.12. kein öffentlicher Auftritt des Orchesters erfolgt sei. Geschäftsführerin Marlies Sander ließ das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren und Kassenwart Manfred Blum gab einen Überblick über die Finanzen des Vereins und teilte mit, dass sich die Verluste - trotz mangelnder Einnahmen aus dem Spielbetrieb - 2005 in Grenzen gehalten hätten. Die beiden Kassenprüfer Heinz Loben und Hubert Wahls bestätigten dem Kassenwart und dem Vorstand einen sorgsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den Finanzmitteln des Vereins, worauf die Versammlung dem Vorstand Entlastung für das Jahr 2005 erteilte.

Nach dem Tod von Franz Ulmer war der Aufgabenbereich des Archivars neu zu besetzen. Die Anwesenden wählten mit überwältigender Mehrheit Angelika Gehrke bis zur Neuwahl des Vorstandes im kommenden Jahr zur Archivarin.

Einen breiten Diskussionsraum nahmen die Überlegungen zum künftigen Probenlokal ein sowie die Frage, wie es nach dem Ausscheiden der Dirigentin Elke Limbach ab dem 1. April weitergehen soll. Der Vorsitzende warnte davor, in Panik oder blinden Aktionismus zu verfallen, und aus dem Mitgliederkreis kamen vernünftige Anregungen zur Werbung, Selbstdarstellung und Dirigentensuche. Hier soll die von Albert so exzellent betreute Internetseite genutzt werden.

Nach einer kurzen Vorschau auf das Probenwochenende 10.- 12. März und das Konzert am 25. März 2006 sowie mögliche gesellige Aktivitäten 2006, beendete der Vorsitzende nach gut 2 Stunden den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung.

Nun ging es endlich zum gemütlichen Teil über: An einem Tisch versammelte sich die Mehrzahl der Damen in einer großen Runde (nur von einigen wenigen Männern durch-setzt), um dort über „Gott und die Welt“ zu klönen - wahrscheinlich auch über die Männer - und an einem anderen Tisch wurde ein herzhafter Männer-Skat gedroschen. Als einer der Spieler gestand, er habe seit fast 30 Jahren nicht mehr Skat gespielt, überboten sich seine Mitspieler mit vielen Hinweisen und guten Ratschlägen, um ihm den Wieder-einstig ins Skatleben zu erleichtern. Nachdem der Runde Tisch der Damen sich endlich aufgelöst hatte, konnten die Skatjünger in Ruhe ihren „Bierlachs“ ausspielen, bis es dann nach Mitternacht auch für sie Zeit wurde und es hieß: „hzM“ - heim zur Mutti!
Unter dem Strich betrachtet: Es gibt wirklich schlimmeres als so eine Jahreshauptversammlung.

Etwas Stress brachte der Abend zum Abschluss doch noch für die Spielleiterin. Nachdem sie den Wagen für die Heimfahrt aufgeschlossen hatte, schaute sie sich verwundert nach ihrem Mann um, der gerade noch an der Beifahrertür gestanden hatte. Auf ihr besorgtes: „wo bist du“?, ertönte die klägliche Antwort: „hier unten“. Väterchen Frost hatte sich zwischen zwei geparkten Wagen schließlich doch noch sein Opfer geholt. Hoffen wir nur, dass der „gefallene Junge“ die nächsten Tage zur Schonung der betroffenen Muskulatur nicht stehend verbringen muss!

Text: KPL, Fotos: AC, 27.01.2006

Probenwochenende

vom 10.- 12. 03. 2006 in Ruppichteroth

Wenn jemand eine Reise macht, so kann er was erzählen. Und wenn diese Reise auch noch sinnvoll erscheint, so kann er noch viel mehr erzählen.

Mit dieser tröstlichen Zuversicht machte sich das Mandolinen-Orchester Kuchenheim mit einer Vorausabteilung und einer Nachhut (um es einmal militärisch auszudrücken) zu seinem Probenwochenende ins Haus Bröltal in Rupprechterroth (umgangssprachlich: H. F.) auf. Voll überschäumender Motivation und brennend vor Ehrgeiz startete die erste Gruppe am Freitag um 15.30 Uhr vom Pfarrheim Kuchenheim aus. 4 PKWs voll mit Instrumenten, Koffern, Kuchenblechen in Alufolie, 11 Personen und einer prall gefüllten Tasche mit Kaffee, Tee, Milch, Zucker und was sonst noch zum Kaffeetrinken gehört. Das Dumme war nur, vor Ort gab es weder Kaffeemaschine noch Wasserkocher. Und so nahm die Proviantmeisterin die Kaffee- und Teetasche wieder unbenutzt mit nach Hause.

Das Wochenende begann hoffnungsvoll mit einem opulenten Abendessen. Danach bat (nein: befahl) Dirigentin Elke Limbach zur ersten Probeneinheit. Da bisher erst 60 % der Spielerinnen und Spieler anwesend waren, mussten diese zum Ausgleich 140 % Leistung erbringen. So jedenfalls die seltsame Arithmetik der Dirigentin. Hatten wir bisher geglaubt, die Stücke für das Konzert am 25. März ungefähr halbwegs zu beherrschen, so deckte die energische Dame vor uns nun schonungslos alle Schwächen auf. Erst nach gut 2 Stunden zeigte sie Erbarmen und meinte, für den ersten Tag sei es wohl genug. Die im Übungsprogramm angekündigte Body-Percussion (was immer auch Unanständiges sich dahinter verbirgt) fand aus Gründen der allgemeinen Erschöpfung auch nicht mehr statt. Erleichtert und fröhlich ging es ins Bistro (eine gemütliche Kellerbar mit Party- und Kickerraum), wo gut gekühlte Getränke - querbeet - ausreichend vorhanden waren. Merkwürdig ist allerdings, dass die 3 Stunden im Bistro viel schneller vergingen als die zweistündige Probe vorher. Ob das wohl mit Einsteins Relativitätstheorie in Einklang zu bringen ist?

Nach einer kurzen Nacht - aber einem überaus reichhaltigen Frühstück - konnten wir am nächsten Morgen den Rest der Truppe begrüßen. Gott sei Dank: Wir waren vollzählig! Es ging weiter wie am Abend zuvor, aber jetzt brauchte jeder nur noch 100 % Leistung zu erbringen. Der Vormittag ging dann auch gut vorbei; leider machte das Mittagessen wieder Stress: Es gab Spaghetti Bolognese. Nur die mit dunkler Oberbekleidung kamen scheinbar ungezeichnet und ohne Soßensprenkel davon.

14.00 Uhr Anpfiff, und weiter ging’s. Aber: wieder dieselbe Mühsal wie gestern Abend und heute Morgen. Zum Glück hatten unsere Spielkameradinnen für alle köstliche Kuchen gebacken, die uns zusammen mit einem großen Pott Kaffee wieder in Form brachten. Ab 17.00 Uhr ließ die Konzentration merklich nach und die Blicke pendelten zwischen Dirigentin und der Uhr, ob nicht bald die Zeit fürs Abendessen gekommen sei. Sarkastisch meinte Elke Limbach: „Jetzt seid ihr alle in einem tiefen Loch verschwunden“! Trotz der nachlassenden Spannung konnte man aber ganz peu à peu erste Fortschritte feststellen, so dass alle befriedigt zum wohlverdienten Abendessen gingen, das unter die Kategorie fällt: Zu gut und zu viel!!! Danach noch zwei kleinere Probeneinheiten, dann war der Tag musikalisch zu Ende und ab ging es ins Bistro.

Hier wurde es rappelvoll, und es war kein Vergleich zu dem gemütlich-fröhlichen Freitagabend. Als sich die Jüngsten (einschließlich Dirigentin) dann auf den „Kicker“ stürzten, ging das Gekreische erst richtig los. Der absolute Show-down des Abends war die Paarung Angelika und Vera gegen Manfred und Karl-Peter. Wer dabei war, konnte jetzt nachempfinden, was Schiller in seinem Lied von der Glocke meinte, als er schrieb: „Da werden Weiber zu Hyänen.....“! Genervt von den pöbelnden Zuschauern weiblichen Geschlechts musste sich das Team der beiden Männer nach heroischem Kampf nur knapp mit 10 : 9 Toren den beiden Damen geschlagen geben. Aber gegen deren unorthodoxe Spielerei (vorwärts, rückwärts, Bande) hatte die solide und gradlinige männliche Spielweise zwangsläufig keine Chance. So kam es, dass die Damenriege siegestrunken und lärmend ihre Zimmer aufsuchte, während die meisten Männer sich still und bescheiden zurückzogen und friedlich in den Schlaf der Gerechten sanken.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Sonntagmorgen ging es in den Endspurt. Elke Limbach kam auf die fragwürdige Idee, die ausgefallene Body-Percussion nachzuholen. Es war schon gewöhnungsbedürftig, die Mitglieder des Orchesters wie den Storch im Salat durch den Raum stelzen zu sehen und wie sie dabei auch noch seltsame Armbewegungen machten. Erstaunlicherweise jedoch schien es allen viel Spaß zu bereiten.

Ein schöner Abschluss des Vormittags war jedoch ein kleines Konzert für eine Gruppe von Menschen mit geistiger Behinderung, die das Wochenende im selben Haus verbrachte. Die ehrliche Freude und die Bewunderung dieser Zuhörer taten gut. Eine junge Dame aus dieser Gruppe war so selbstbewusst, von uns begleitet ein Canzone italiano zu singen. Stürmischer Beifall allerseits. Nach einer letzten Mahlzeit noch ein knappes Stündchen proben, dann konnten Instrumente und sonstiges Equipment wieder in die Wagen zurückverfrachtet werden. Zum Ausklang und zur Entspannung saßen alle noch ein Weilchen in gemütlicher Runde bei einer Tasse Kaffee und dem Rest der mitgebrachten Kuchen zusammen, dann ging es zufrieden wieder in Richtung Heimat.
Fazit des Wochenendes: Drei anstrengende - aber keineswegs verschwendete - Tage!

Danke Elke und Dank auch allen anderen, die zu diesem guten Gelingen beigetragen haben: Vorstand, MÜV, Kuchenbackerinnen und, und, und....

Text: KPL, Fotos: AC, 12.03.2006

Das Konzert

in der Kuchenheimer Schützenhalle am 25.03.2006

„Ein Abend voller Überraschungen“, so hatte Dirigentin Elke Limbach bei der Begrüßung den roten Faden für unser Konzert vorgegeben. Die ersten Über-raschten waren wohl Vorsitzender Hans Fellbach und Kassenwart Manfred Blum, als sie bereits zwei Wochen vor dem großen Abend feststellen konnten, dass das Konzert vor ausverkauftem Hause stattfinden würde - und das ohne jeden Werbeaufwand.

Keine Werbung brauchten auch jene fleißigen Damen des Vereins zu machen, welche die delikaten Platten mit belegten Brötchen zubereitet hatten. Diese gingen nämlich schon vor dem Konzert und auch in der Pause weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“.

Der Vorsitzende, Hans Fellbach, begrüßte die zahlreich anwesenden Musikfreunde, ganz besonders aber Jakob Fleischhauer, der seit 60 Jahren im Orchester spielt, davon viele Jahre als einer der Leistungsträger, und den früheren Spielleiter Christian Trapp, dessen Finger seit dem vergangenen Jahre leider „nicht mehr so richtig mitmachen wollen“. Die Zuhörer spendeten diesen beiden den verdienten Beifall.

Danach ging es los mit der italienischen Ouvertüre „La Festa Splendora“. Jeder weiß, wie wichtig das erste Stück eines Konzerts ist, aber auch wie schwierig! Jetzt wurde das Orchester selber überrascht: Was bei der Generalprobe noch ein klein wenig „gewackelt“ hatte, klappte nun fast perfekt. Es folgten der auf Schostakowitsch zurückgehende „Second Walz“, „Memory“ aus dem Musical „Cats“ und aus dem südlichen Europa: „Spanisches Ständchen“, „Serenata napolitana“ und eine „Italienreise“ von Gerhard Winkler. Insbesondere bei der „Serenata napolitana“ konnte man förmlich spüren, wie die kräftige, aber dennoch einfühlsame Solostimme des Akkordeons den Zuhörern „unter die Haut ging“. Zu allen Stücken gab Elke Limbach wichtige Hinweise zum Verständnis, und das Publikum dankte Dirigentin und Orchester mit lang anhaltendem Applaus. Den Schluss des ersten Konzertteils gestaltete zunächst Sologitarrist Bert Enkel. Er begann mit einer Hommage an den unvergessenen Dirigenten Erich Radermacher und ließ ein eigenes Arrangement von dessen Lieblingsstücken „Reality“ und „My way“ erklingen, was von den Gästen - unter ihnen auch Friedel Radermacher, die Witwe des Verstorbenen - mit „melancholischer Dankbarkeit“ aufgenommen wurde.

Danach legten „The good old friends“, dahinter verbergen sich: Jürgen Ege, Bert Enkel, Heinz Klein, Heinz Loben und Karl-Peter Lichtenthäler, richtig los. Die rhythmische Highlights: „Csardas von Monti“, „Swedish Rhapsody“ und „Amorada“ wechselten ab mit ruhigen Stücken wie „Et maintenant“, „Maria Elena“, „Le Rêve“. Als die „Boygroup“, wie Elke Limbach die nicht mehr ganz jungen Herren scherzhaft, aber auch respektvoll bezeichnete, gemeinsam mit dem Orchester in einem atemberaubenden Tempo „Valencia“ zu Gehör brachte, dankte das Publikum mit frenetischem Beifall und stehenden Ovationen. Der Dirigent eines befreundeten Orchesters meinte anschließend: „Da war richtig Feuer drin“! Mitwirkende und Gäste hatten sich nun eine ausgiebige Pause verdient.

Mit einer weiteren Überraschung begann der zweite Teil des Konzerts. Nach dem „Schnuppertag“ vom letzten November im Pfarrheim haben 4 Kinder ihre Neigung zur Zupfmusik entdeckt und werden seitdem von Spielerinnen des Orchesters an Gitarre und Mandoline ausgebildet. Die beiden ältesten dieser vier Schüler, Andreas und Stefan, saßen plötzlich mitten im Orchester und durften ein Stück mitspielen, das sie fleißig geübt hatten: „Knock-out“. Bei dem Eifer, den die beiden an den Tag legten, ist nicht zu befürchten, dass sie musikalisch einmal „ausgeknockt“ werden könnten. Artig bedankten sich die Youngster bei den Zuhörern für den wohl verdienten Beifall. Weiter ging es mit dem Ohrwurm: „La Paloma“, gefolgt von „Scampolo“, einer italienischen Weise und dem langsamen Walzer „Plaisir d’amour“. Zum Schluss wurde es noch einmal „tempestoso“ mit dem südamerikanischen Medley „Suite Latina“, in dem der Schlagzeuger sich austoben konnte, und einer Reverenz an Russland: „Wo die Balalaika klingt“. Die Gäste erhoben sich danach von ihren Stühlen, applaudierten frenetisch und forderten lautstark eine Zugabe. Elke Limbach nickte lächelnd und meinte schelmisch, falls jemand das Lied kenne, dürfe er ruhig mitsingen. Und siehe da, nach einer Überraschungspause fiel nicht nur Pastor Peter Berg schunkelnd ein: „Rut, rut sin de Ruse“.

Nun kannte die Begeisterung fast keine Grenzen mehr, und Hans Fellbach musste lange warten, bis er sich wieder Gehör verschaffen konnte. Er dankte der Dirigentin sowie allen Mitwirkenden und teilte dann den Zuhörerinnen und Zuhörern im Saale mit, dass dies das letzte Konzert unter der Leitung von Elke Limbach gewesen sei, da sie ihre Tätigkeit aus persönlichen und familiären Gründen nicht über den 31. März 2006 hinaus ausüben könne. Zunächst betroffenes Schweigen, dann überraschte Gesichter und ungläubiges Kopfschütteln. Erst als Hans Fellbach der Dirigentin seinen Dank für die geleistete ausgezeichnete Arbeit aussprach und ihr einen Blumenstrauß und ein Abschiedsgeschenk überreichte, löste sich die Anspannung und alle erhoben sich zu Standingovations für die beliebte Dirigentin und forderten von ihr noch eine weitere Zugabe. Sichtlich bewegt ließen Dirigentin und Orchester noch einmal sehr gefühlvoll das Lied von der „Weißen Taube“ erklingen, wobei überall im Saale Taschentücher benötigt wurden. Danach stellte Hans Fellbach den neuen Dirigenten Ulrich Bleck aus Euskirchen-Wisskirchen vor, be-grüßte ihn sehr herzlich und wünschte ihm, dass er eine ebenso erfolgreiche Zusammen-arbeit mit Verein und Orchester haben möge wie seine Vorgängerin.

Ein schöner Musikabend mit vielen Überraschungen klang langsam und voller Gefühle aus.

Text: KPL, Fotos: AC, 25.03.2006

Niemals geht man so ganz !

Elke Limbach beendet ihrer Tätigkeit als Dirigentin

Niemals geht man so ganz! (Trude Herr)

Das Orchester wusste es schon seit Monaten, und Hans Fellbach hat es im Konzert am 25. März öffentlich verkündet: Elke Limbach wird aus persönlichen und familiären Gründen ab dem 01.04.2006 nicht mehr als Dirigentin zur Verfügung stehen.

Am Donnerstagabend, 30. März, fiel die übliche Probe aus, man wollte sich gemütlich zusammensetzen und gemeinsam die Zeit vom 01.01.2003 bis zum 31.03.2006 noch einmal Revue passieren lassen. Nicht wenige der Spielerinnen und Spieler betraten den Probenraum mit gemischten Gefühlen und hofften, dass die kommenden Stunden nicht zu besinnlich oder gar traurig würden. Aber alle Befürchtungen waren grundlos, denn es wurde eine richtig gemütliche Runde. Zwei Spieler, die wegen der Konzertvorbereitungen ihre Geburtstage nicht hatten feiern können, tischten schmackhafte Platten und gut gekühlte Getränke auf. Lustig, aber nicht „platt“ wurde die (Noch)Dirigentin aus der Wahrnehmung der Spielerinnen und Spieler reflektiert. Danach überreichte Spielleiterin Vera Schmidt die Abschiedsgeschenke des Orchesters. Der Situation besonders angemessen erschien eine selbst gebackene, mit buntem Zuckerguss überzogene Torte, auf der in Noten und Lettern zu sehen war: danke

Danach ging es gemütlich und fröhlich weiter. Immer wieder konnte man hören: „Weißt du noch“? oder „ach, war dat schön“! Jakob Fleischhauer gab ein paar seiner alten Liedchen zum Besten, die in früheren Zeiten des Vereins häufig gesungen und auch jetzt wieder begeistert mitgeschmettert wurden. Selbst Elke Limbach sang den Refrain nach wenigen Wiederholungen laut mit. Danach erzählte sie etwas aus ihrer Jugend und von ihrem musikalischen Werdegang, was jemanden aus dem Orchester zu der nachdenk-lichen Bemerkung veranlasste: „Schade, dass man erst am Ende der Zusammenarbeit so viel über den anderen erfährt“.

Der Tenor bei der Abschiedsumarmung durch die meisten Orchestermitglieder war: "Danke Elke für die angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit und alles Gute für die Zukunft!"

Der Clou des Abends aber kam von Elke Limbach: Sie wolle Mitglied im Verein bleiben und werde - wenn Ulrich Bleck, der neue Dirigent nichts dagegen habe - gern hin und wieder im Orchester mitspielen, aber nur als eine unter mehreren. Atemlose Stille, dann ein vielstimmiges: „Hurra“! Orchester und Exdirigentin passen eben doch gut zusammen.

Text: KPL, Fotos: AC, 30.03.2006

Er ist's

Ulrich Bleck

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!

Diese Zeilen des wunderschönen Frühlingsgedichts von Eduard Mörike mögen dem Vorsitzenden und auch vielen der Spielerinnen und Spieler des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim durch den Kopf gegangen sein: Bald wird er kommen, ja, er ist es - der neue Dirigent.

Als Ende Oktober des vergangenen Jahres Elke Limbach, die jetzige Dirigentin, Vorstand und Orchester die betrübliche Mitteilung machte, aus persönlichen und familiären Gründen könne sie das Orchester über den 31. März 2006 hinaus nicht weiter leiten, stellten sich alle die bange Frage, wie es nach diesem Zeitpunkt wohl weitergehen solle. Aber Elke Limbach wäre nicht Elke Limbach, wenn es ihr nicht gelungen wäre, neben den Vorbereitungen für Probenwochenende und Konzert noch einen Kontakt zwischen Vorstand und einem möglichen Nachfolger herzustellen.

Nachdem man sich im Grundsätzlichen einig war, konnte Hans Fellbach in der Probe vom 16. Februar das Orchester mit dem künftigen Dirigenten bekannt machen: Ulrich Bleck aus Euskirchen-Wisskirchen. Der 50-Jährige ist Gymnasiallehrer und unterrichtet Latein und Deutsch an der Marienschule in Euskirchen. Außerdem hat er eine Ausbildung zum Dirigenten von Zupforchestern erhalten; schon seit vielen Jahren leitet er das Mandolinenorchester in seinem Heimatort Königsdorf (bei Köln). Als Philologe wird er mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass das Orchester nicht nur eine Vorliebe für Musik hat, sondern auch für deutsche Literatur.

Bei einem kurzen Probedirigat war erkennbar, dass die Eigenheiten des Orchesters und die Vorstellungen des Dirigenten gut miteinander vereinbar sind. Der anschließende Handschlag zwischen dem Vorsitzenden und dem künftigen Dirigenten war wohl mehr als eine symbolische Geste.

Also: „Herzlich willkommen, Ulrich Bleck“, und „auf gute Zusammenarbeit“!

Text: KPL 

Erster Auftritt unter neuen Leitung

Das Mandolinen-Orchester Kuchenheim hat seit dem 1. April 2006 einen neuen Dirigenten: Ulrich Bleck aus Euskirchen-Wisskirchen.

Nach einigen Wochen des gegenseitigen Kennen-lernens, Beschnupperns und des Sich-aneinander-Gewöhnens galt es für Dirigent und Orchester am 02. Juni den ersten gemeinsamen Auftritt zu be-stehen beim Festkommers aus Anlass der Hundert-jahrfeier des Turn-Vereins Kuchenheim, kurz KTV genannt.

Neuer Dirigent, neue Stücke und Auftritt vor heimischem Publikum - wahrlich Grund genug für richtiges Lampenfieber. Und so wünschten wohl nicht wenige der Spielerinnen und Spieler (und vielleicht sogar der Dirigent selbst?) beim Betreten des Festzeltes, die nächsten gut zwei Stunden möchten schon erfolgreich überstanden sein. Aber, wie heißt es so tröstlich im Sprichwort: „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde“!
Nach einem sehr festlichen Beginn - das Werk trug den beziehungsreichen Titel „La Festa splendora“ - ging ob des gelungenen Starts ein Aufatmen durch das Orchester, die Spannung löste sich langsam. Nun konnte es im Wechsel mit den Festrednern und Gratulanten weitergehen und mit dem Stück „Minsche wie mir“ angemessen ausklingen.

Die Spielerinnen und Spieler waren zufrieden, Dirigent Ulrich Bleck nickte beifällig und die Fest-gäste spendeten mehr als nur „freundlichen“ Beifall.

Nachdem Ulrich Bleck in der folgenden Probe erneut seine Zufriedenheit zum Ausdruck gebracht und sogar einige Komplimente verteilt hat, scheint festzustehen, dass Dirigent und Orchester langsam zusammenwachsen. Für die restlichen Auftritte in diesem Jahr - und wohl auch darüber hinaus - sieht alles nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit aus. Das verspricht neuen Auftrieb und neue Motivation.

Wie sagte in grauer Vorzeit Euterpe, die altgriechische Muse des Flötenspiels und der Zupfmusik: Neuer Dirigent, neues Spiel, neues Glück... (oder so ähnlich). Gehen wir einfach davon aus, dass dieser Ausspruch auch heute in unserer rationalen Welt seine Geltung noch nicht verloren hat!

Text: KPL, Fotos: AC

Verkaufsstratege

Neue „Verkaufsstrategien“ beim Mandolinen-Orchester Kuchenheim

Seit Monaten drängt Hans Fellbach die Spielerinnen und Spieler, nicht nachzulassen in dem Bemühen, die beiden CDs des Orchesters weiter an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.
Oldtimer Jakob Fleischhauer ging diese Drängelei des Vorsitzenden allmählich auf die Nerven, und er fasste einen außergewöhnlichen Plan:
Am Donnerstag, 27. 04. 2006, ging er ins Euskirchener Bürgerhaus (Pardon: City-Forum), in dem „Ein Abend mit Marianne und Michael“ stattfand. Er stellte sich im Foyer neben den CD-Stand der beiden und fragte alle, die eine CD von den Stars des Abends erworben hatten: „Hätten Sie auch Interessen an einer CD des Mandolinen-Orchester Kuchenheim“? Und siehe da, einige der Musikfreunde kauften auch bei ihm eine CD.
Als dieses ungewöhnliche Engagement im Orchester bekannt wurde, erhielt er von allen Seiten Anerkennung und Lob ob seines Verkaufsgeschicks. Jakob wiegelte ab mit der bescheidenen Feststellung: „Leider ist es mir nicht gelungen, Marianne und Michael eine CD von uns zu verkaufen“!

Nicht resignieren Jakob, vielleicht hast du beim nächsten Mal mehr Glück.

Text: KPL, Foto: AC

Wandertag

Die Anreise:

Um 8.52 Uhr letzten Samstag (26. August) bestieg eine muntere Gruppe des Mandolinen-Orchesters die Regionalbahn nach Euskirchen, um von dort weiter nach Kall zu fahren. Die DB stellte die gute Laune der Reisenden erstmals auf die Probe, indem sie das Platz-angebot so knapp hielt, dass mindestens zwei Reisende um einen Platz rangeln mussten. Betriebswirtschaftlich gesehen nennt man so etwas Optimierung der Beförderungs-kapazitäten. Dennoch verließen im Kaller Hauptbahnhof alle gut gelaunt den Eifelexpress und wurden von den Wanderführern Vera und Sepp Schmidt herzlich begrüßt.

Die Wanderroute:

Vom Bahnhof Kall über die Loshardt zum Pferdekopf. Da es vom Bahnhof Kall langsam aber stetig fast 100 Höhenmeter aufwärts ging, geriet manch eine/r ins Schwitzen und war dankbar für eine Abkühlung an einem Waldbächlein oder freute sich über eine kleine Stärkung, die ihr/ihm von 2 freundlichen Beerensammlerinnen angeboten wurde. Weiter ging es über den Frohnrather Kopf, vorbei an Rinnen Richtung Steinfelderheistert. Vor Steinfelderheistert links um den Karolinenhof und entlang des Kattenbachs bis zur Schutzhütte des Eifelvereins unterhalb von Steinfeld. Hier gab es endlich die lang ersehnte Mittagspause mit reichhaltiger Verpflegung aus den eigenen Rucksäcken und anschließender Siesta. Wer danach zu faul war, um weiterzuwandern, ließ sich gemütlich kutschieren von Jim Knopf und Sepp-Lukas dem Treckerführer mit ihrer Emma.

Auf zum Endspurt:

Zunächst ging es weiter am Kattenbach entlang bis zu dessen Mündung in die Urft. Am Ufer der Urft Richtung Sötenich, mit gelegentlichem Blick auf das Kalk- und Zementwerk Sötenich mit seinen futuristisch anmutenden Förderbändern. Danach, oh Gott, oh Gott, steil aufwärts nach Keldenich. Hätten nicht freundliche Zeitgenossen an den Zäunen aufmunternd gemuht, manch eine/r hätte den Rest nicht mehr geschafft. Mit letzter Kraft erreichten wir die Ranch von Vera und Sepp und ließen uns müde an den aufgestellten Tischen nieder. Nach einer köstlichen Kaffeetafel servierten unsere jüngsten Spieler noch ein „Sahnehäubchen“. Sie brachten einige Stücke zu Gehör und demonstrierten, welche Fortschritte sie in den letzten Monaten schon gemacht haben. Es war nicht erkennbar, wer aufgeregter war: die Schüler, ihre Eltern oder die beiden Mentorinnen Inga Bell und Angelika Gehrke. Der Applaus galt sicher allen. Danach wurde es noch gemütlicher. Die einen hielten ein Schwätzchen, während die anderen sich sportlich betätigten.

Ausklang:

Wie nicht anders erwartet, hatte Vera mit einigen Helferinnen unterdessen ein tolles Büfett aufgetragen. Wie in der guten alten Zeit saßen die Frauen beim Essen drinnen , während ihre Männer es sich draußen schmecken ließen. Nun folgten die beiden schönsten Stunden des Tages. Ulrich Bleck und sein Assistent, beide alte Pfadfinder, schichteten das Feuerholz auf, und bald saßen alle um das abenteuerlich flackernde Lagerfeuer. Zur allgemeinen Überraschung packten Albert Caster und Ulrich Bleck ihre Gitarren aus und stimmten alte Ohrwürmer an, die von allen begeistert mitgesungen wurden. Als dann Ulrich Bleck noch einige besinnliche Lieder vortrug, wurde es fast romantisch und man konnte förmlich spüren, wie sich alle wohlfühlten. Die alten Weisheit: „Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen“, ist wie geschaffen für diesen Tag, denn just in diesem Augenblick traf der Bus ein, der uns nach Hause fahren sollte. Nach einem herzlichen Dankeschön an die Gastgeber ließen sich alle zufrieden in ihre Sitze sinken. Und siehe da: kaum hatte der Bus sich in Bewegung gesetzt, begann es zu regnen. Aber das störte keinen mehr nach diesem angenehm warmen und trockenen Tag. Fazit dieses schönen Wandertages mit dem so nicht erwarteten guten Wetter: Petrus liebt die Zupfmusik und ist ein Fan des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim!


Text: KPL, Fotos: AC, 26.08.2006

Straßenfest Kreuzweingarten


Fotos: AC, 12.08.2006

Grillfest 2006

Normalerweise hatte Hans Fellbach, der Vorsitzende des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim, bei den „Open-Air-Veranstaltungen“ des Vereins einen guten Draht zu Petrus, jedenfalls was das Wetter betrifft. Meist gelang es ihm mit Hilfe einer großen Kerze, die er in der Kapelle des „Decken Tönnes“ aufstellte, in dem Heiligen einen wichtigen Verbündeten für optimales Wetter zu gewinnen. Aber bei den Wetterkapriolen in der 1. Augusthälfte 2006 schauten nicht wenige Vereinsmitglieder und Freunde des Orchesters in den letzten Tagen sorgenvoll zum Himmel und stellten sich die bange Frage, ob das wohl am kommenden Sonntag vernünftiges Grillwetter gebe. Erstaunt beobachteten einige Anwohner am Roitzheimer Sportplatz, wie am Sonntagvormittag ein halbes Hundert Kuchenheimer, bepackt mit Grillgut, Holzkohle, Getränken, Salaten, Kräuterbutter, Servietten, Kaffeemaschine (und sonstigem Hausrat), kurz: mit dem, was man für einen erfolgreichen Grilltag eben so alles braucht, in die Grillhütte einfiel.
Rasch hatten einige fleißige Damen die ersten Angebote auf der Theke. Die Gäste begannen recht gesittet mit Kaffee, Sprudel und Ähnlichem, wechselten aber rasch zu Kölsch, Pils, Rosé- und Weißwein.

Der große Grill begann zu glühen (was ein paar Damen nutzen, um ihre klammen Finger daran zu wärmen) und bald zogen die appetitlichen Düfte von brutzelnden Koteletts, von Würstchen, Grillkartoffeln und Zwiebeln durch die Grillhütte. Den beiden Grillmeistern stand der Schweiß auf der Stirn, bevor sie der ersten Esswelle Herr wurden. Die Gäste ließen sich das Gegrillte, selbst gemachte Salate, Baguette mit Kräuterbutter, Zaziki und andere Soßen mit gutem Appetit schmecken. Gott sei Dank nahm mit zunehmender Grilldauer die Esslust ab und dafür die „Schwatzlust“ zu (mehrheitlich bei den Damen).

Nach einer kurzen Verschnaufpause galt es, etwas für den Kalorienabbau zu tun: Feder-ball oder Boule spielen, kicken Kinder gegen Väter oder auch nur gemütlich mal um den Sportplatz schlendern und dabei den beiden Mannschaften zuschauen, die sich auf dem Platz einen spannenden Pokalfight lieferten.

In der Grillhütte hatten einigen engagierte Damen inzwischen ein verführerisches Büfett mit selbst gebackenen Kuchen aufgebaut. Obwohl einige Gäste meinten: „Nicht schon wieder“, schmeckte es allen so gut, dass bald nur noch wenige Kuchenstücke übrig waren. Danach brachen die Ersten zur Heimreise auf, während die weniger Kalorien-bewussten der Dinge harrten, die vielleicht noch kommen würden. Und richtig: Kurz nach 17.00 Uhr wurde der Grill nochmals auf Touren gebracht, und die Hausfrauen freuten sich, dass zu Hause das Abendbrot ausfallen konnte.

Danach begann ein allgemeines Aufräumen, der Grill musste geschrubbt werden, ein letztes Bierchen wurde getrunken, und dann ging es heimwärts, wobei die Verantwort-lichen noch einen dankbaren Blick zum schwarz-weiß-grau bewölkten Himmel warfen. Einer aus der Gruppe derer, die mit dem Fahrrad nach Hause fuhren, fasste den Tag mit der treffenden Bemerkung zusammen: „Wie gut, dass es solche 10000-Kalorien-Tage nur wenige im Jahr gibt“! Dem ist - außer dem herzlichen Dank an alle Verantwortlichen und Helfer - nichts hinzuzufügen.

Text: KPL, Fotos: AC

Wir machen Musik

Unter diesem Motto hatte der Mandolinenclub Königsdorf 1923 e. V., der „Heimatverein“ unseres Dirigenten Ulrich Bleck, weitere Mandolinenorchester und Gitarren-Ensembles zu einem Konzertnachmittag nach Königsdorf eingeladen.

Zusammenspiel von mehr als 50 Zupfmusikern - ein Erlebnis, das sich jedes Mitglied eines Mandolinenorchesters einmal in seinem Musikerleben wünscht. Und so machte sich unser komplettes Orchester (ist wirklich nicht übertrieben!) am Sonntag, dem 5. Novem-ber 2006, kurz nach 12.00 Uhr voller Erwartungen Richtung Königsdorf auf. Der Empfang dort war ausgesprochen freundlich, die ersten zögernden Kontakte wurden geknüpft, und bald begannen zupfmusikalische Fachsimpeleien.

Um 14.00 Uhr rief Dirigent Ulrich Bleck zur ersten gemeinsamen Probe. Dazu gehörte zunächst eine Einweisung in die Sitzordnung sowie der geordnete Auf- und Abgang zur und von der Bühne. Dann erst begann der musikalische Ernst. Ungewohnt waren die räumliche Ausdehnung auf der riesigen Bühne, die Vermischung der einzelnen Stimmen mit den Musikern der anderen Orchester und die Mitwirkung eines gemischten Chores. Doch nach mehreren Wiederholungen zeigte sich Ulrich Bleck, der Mann vor dieser geballten Musikerpower, schon einigermaßen zufrieden.

Nach diesen Anstrengungen luden die Gastgeber zu Kaffee und Kuchen ein, und in einem bunten Durcheinander der Orchester- und Chormitglieder begann ein fröhliches Schmausen, Schwatzen und hier und da sogar ein ernsthafter Austausch (was von Gastgeber und vom Dirigenten ja wohl auch gewollt war). Kurz vor 17.00 Uhr wurde es immer ruhiger, und man merkte die steigende Anspannung.


Der Vorsitzende des einladenden Orchesters begrüßte die weit über dreihundert Zuhörerinnen und Zuhörer sowie die Mitwirkenden, und dann ging es los: Der uralt Ohrwurm von Peter Igelhoff aus den 1940er Jahren „Wir machen Musik“ - peppig und fetzig - klappte richtig gut und ließ die Zuhörer ahnen, was dieser Nachmittag noch alles bieten könnte.

Das Orchester des Mandolinenclubs Königsdorf, das ebenfalls von Ulrich Bleck geleitet wird, folgte mit drei schönen Stücken, wobei besonders im „Concertino Veneziano“ eine junge Querflötistin die Zuhörer mit ihrem weichen Spiel in ihren Bann zog. Die Musik-schule Frechen stellte ihre jungen Gitarrenschüler in 3 verschiedenen Formationen vor, und man konnte bei deren sauberen Spiel feststellen, dass in Frechen die Zukunft des Saitenspiels gesichert erscheint. Die jugendlichen Akteure bekamen ihren verdienten Applaus.

Nach einer 20-minütigen Pause zeigte das Mandolinen-Orchester Frechen sein hervor-ragendes Können. Die Zuhörerinnen und Zuhörer dankten lautstark für das dynamische, aber trotzdem sehr präzise Spiel des Orchesters.

Danach wurde es für unser Orchester ernst. Dirigent Ulrich Bleck stellte das „etwas Andere“ des Kuchenheimer Orchesters heraus, indem er auf den Einsatz eines Akkordeons und eines Schlagzeugs hinwies, die der Musik dieses Orchesters einen ganz besonderen Klang verliehen. Durch diese Einführung neugierig gemacht, verfolgten die Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit unsere Darbietungen. Insbesondere die Kompo-sitionen von James Last und Bert Kaempfert „Morgens um Sieben“ und „Spanish Eyes“ sowie das unsterbliche „La Paloma“ erhielten lang anhaltenden Beifall. Erfreulich war auch, dass Mitglieder aus den beiden anderen Orchestern nach diesem Auftritt gestan-den, sie seien etwas skeptisch gewesen, was den Einsatz von Akkordeon und Schlagzeug betreffe, jetzt aber angenehm überrascht, wie harmonisch diese beiden Instrumente in den Klangkörper integriert seien.

Das Finale eröffneten die 3 Orchester mit „Mormorio del Mare“, dem „Rauschen des Meeres“, mit einem Klangvolumen, das an ein Sinfonieorchester denken ließ und das Publikum restlos begeisterte. Bei der ersten Zugabe, Verdis Gefangenenchor aus „Nabucco“, musste natürlich der Chor des Mandolinenclubs Königsdorf noch dazu kommen, und die Zuhörer summten die wohlbekannte Melodie leise mit. Man wollte es kaum glauben, dass mit der letzten Zugabe die Stimmung in der Halle noch gesteigert werden konnte. Der Chor und die 3 Orchester stimmten an und die Konzertbesucher fielen begeistert ein: „Minsche wie mir hüre jän Musik mache...“ und hatten damit das Anliegen des Nachmittags in einer Textzeile auf den Punkt gebracht.

Ein herzliches Dankeschön geht deshalb von Kuchenheim nach Königsdorf für diesen gut vorbereiteten und super durchgeführten Konzertnachmittag, und Danke auch für die Möglichkeit eines Zusammenspiels in fast sinfonischer Dimension und das damit verbundene Gänsehautgefühl.

Text: KPL, Fotos: AC, 05.11.2006

Hans Fellbach wurde 70

Der Donnerstagabend nach dem großen Konzert in Königsdorf verlief ganz anders als die Proben sonst. Statt wie gewohnt zwei Stunden lang die Anweisungen des Dirigenten Ulrich Bleck umzusetzen, brachen die anwesenden Spielerinnen und Spieler geschlossen vom Probenraum auf, um ein höherwertiges Ereignis angemessen zu feiern: den 70. Geburtstag des 1. Vorsitzenden Hans Fellbach.

Als nach stürmischem Klingeln das Geburtstagskind vor die Haustür trat, schallte es ihm vielstimmig entgegen: „Happy birthday to you ...“ und für den Fall, dass der Jubilar den englischen Text nicht vollständig verstehen würde, voller Inbrunst auch noch die deutsche Fassung: „Zum Geburtstag viel Glück ...“ Dann, in Anlehnung an den gerade zu Ende gegangenen Martinszug noch: „Hier wohnt ein reicher Mann, der uns was geben kann ...“ Überrascht, ja fast gerührt bat der Gefeierte alle, in der guten Stube Platz zu nehmen. Dort wurde es so eng, dass kaum Raum genug blieb für die Instrumente, mit denen ein Geburtstagsständchen gebracht werden sollte. „La festa splendora“, „Spanish Eyes“ und zur besonderen Freude des Geburtstagskindes und seiner Gäste, aber auch zum fröhlichen Mitsingen „Minsche wie mir ...“ Die Gratulation mit launigen Worten und dann das von der Geschäftsführerin mit einem Küsschen überreichte Geschenk der Aktiven - der so Geehrte schien zufrieden. Die Größe der Zufriedenheit und der Freude drückte sich auch in der Größe des tollen Büfetts aus sowie in der Qualität der ange-
botenen Getränke.

Da die Verwandtschaft zum Geburtstag einen funkelnagelneuen DVD-Player geschenkt hatte, schloss Technik- und Webmeister Albert dieses Gerät an, legte eine von ihm gebrannte DVD ein und erfreute Gastgeber und Gäste mit den schönen Klängen und den herrlichen Bildern vom Konzert in Königsdorf.

Nachdem der jetzt 70-jährige Hausherr ab Mitternacht erste Ermüdungserscheinungen zeigte, brachen als Letzte die Vereinsmitglieder auf, wünschten für die kommende Dekade nochmals alles Gute und stellten einhellig fest: „Bei Deiner Vitalität kannst Du mindestens noch zweimal für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidieren“. Wohl wahr!!!

Fotos: AC, Text: KPL 

Ein Nikolaus wie aus dem Jungbrunnen

Noch im vergangenen Jahr erschien der Nikolaus mit einem derart zerzausten Bart und uselich wildem Kopfhaar (kölsch für: bedarf der Reinigung) auf unserem Nikolausabend, dass es den anwesenden Damen fast das Herz gebrochen hätte. Und sie beschlossen, Abhilfe zu schaffen. Eine Aufgabe für den MÜV (den Männer-Überwachungs-Verein) wie dessen „Oberwächterin“ Vera Schmidt damals feststellte. Denn: auch der Nikolaus ist nur ein Mann (ein heiliger Mann zwar, aber immerhin!).

Und so erschien der Heilige Mann zum diesjährigen Nikolausabend des Mandolinen-Orchesters mit gepflegt wallendem weißen Bart und einer so weißen Haarpracht, dass man den Heiligenschein förmlich zu sehen meinte. Musikalisch wurde sein Einzug begleitet von den Jüngsten des Orchesters, Andreas, Cara-Aimée und Stefan, unterstützt von den Erfahrenen, Daniela, Inga und Marlis. Der Nikolaus überraschte mit seiner Ankündigung, aus Dankbarkeit für sein neues Outfit wolle er sich heute Abend einmal richtig Zeit nehmen, um möglichst viel vom Programm mitzubekommen. Sprach’s, setzte sich gemütlich in seinen bischöflichen Sessel und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Es begann gleich mit einem der Höhepunkte des Abends: der Ehrung der langjährigen Vereinsmitglieder.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden mit der Silbernen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet: Helmut Reyher, Widda Sürth und Günter Ulhaas (der krank war und daher leider nicht persönlich die Auszeichnung in Empfang nehmen konnte. Alle wünschen ihm baldige Erholung!).

40 Jahre im Verein sind: Helmut Brock, Fritz Bürger, Jakob Gast, Kurt Glaeser, Fritz Kuhns, Everhard Schröder und Peter Weber. Alle erhielten die Goldene Ehrennadel des Vereins mit einer Urkunde.

Für 60 Jahre (!) engagierte Vereinszugehörigkeit konnte sich Jakob Fleischhauer über die Goldene Ehrennadel des Bundes Deutscher Zupfmusiker freuen. Der Mandolinenverein ehrte Jakobs Treue mit einem schönen Frühstückskorb, und von den Spielerinnen und Spielern erhielt er ein Geldgeschenk zu einer geplanten Reise (passend in einer deko-rativen Holzlokomotive überreicht).Keine 25 Jahre Vereinsmitglied, dafür aber in diesem Jahr 25 Jahre glücklich verheiratet: Angelika und Dieter Gehrke! Für diese beachtens-werte Leistung überreichte Hans Fellbach einen Blumenstrauß und eine Flasche Cognac. Bei dem anschließenden Dankes-Küsschen der „Silberbraut“ zeigten sich leichte Unmuts-falten auf der Stirn ihres „Exverlobten“. Deshalb: Unsere besten Wünsche für die nächsten 25 Jahre!

Dann trat Jakob Fleischhauer ans Mikrofon. Begleitet von den eben erwähnten 6 Spieler-innen und Spielern trug er ein von ihm selbst komponiertes und getextetes Lied vor, das „Kuchenheimer Mandolinenlied“, in dem er die Bedeutung der Mandolinenmusik für Kuchenheim und auch für sein eigenes Leben zusammenfasste. Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden mucksmäuschenstill, nachdenklich, sichtlich berührt und dankten nach dem Vortrag mit stürmischem Applaus. Albert Caster, der wie immer für eine gut funktionierende Technik sorgte, gratulierte allen Jubilaren musikalisch mit zwei gekonnt vorgetragenen Gitarrenstücken.

Nun endlich nahte der wichtigste Augenblick des Abends. Der Nikolaus erhob sich aus seinem Sessel, trat ans Mikro und ließ das zu Ende gehende Jahr Revue passieren mit allen Auftritten, Aktivitäten und Ereignissen. Vera und Sepp Schmidt dankte er besonders für die wiederum gelungene Ausrichtung des Wandertages mit Planwagenfahrt.
Danach bat er die drei neuen Mitglieder des Orchesters, Andreas, Stefan und den Dirigenten, Ulrich Bleck, nach guter alter Tradition ein Gedicht vorzutragen. Mit viel Engagement brachten die beiden Schüler ihren Text zu Gehör, was ihnen den dankbaren Applaus des Publikums bescherte. Auch Dirigent Ulrich Bleck zeigte, dass er nicht nur von Musik etwas versteht, sondern auch ein Meister des Wortes ist. Mit seinem hinter-gründigen Gedicht entlockte er den Zuhörerinnen und Zuhörern zunächst ein Schmunzeln und dann auch lautstarken Applaus. Der Nikolaus war zufrieden mit diesen Vorträgen und beschenkte danach alle Spielerinnen und Spieler mit einer wohl gefüllten Nikolaustüte.
Anschließend konnte der Heilige Mann noch Pastor Berg begrüßen, dann wurde es Zeit für ihn, über die Himmelsleiter am Kirchturm (ein Aufzug ist leider immer noch nicht installiert) wieder in sein Reich zurückzukehren.

Bei der nachfolgenden Verlosung sah man viele erfreute, ja glückliche Gesichter der Gewinner (von denen einige froh sein konnten, dass ihr Auto einen großen Kofferraum hat) - beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend, der erst weit nach Mitter-nacht gemütlich ausklang.

Text: AG, KPL, Fotos: AC, 06.12.2006