Archiv - 2010

Die Jahreshauptversammlung 2010

am 22. Januar ergab: Die Führung des Vereins liegt auch künftig in bewährten Händen.
Freitagabend, 19:30 Uhr: Das Vereinslokal „Zur Tant Seef“ platzte vor lauter Besuchern fast aus den Nähten. Leider handelte es sich bei dieser Menschenmenge nicht über-wiegend um Vereinsmitglieder, sondern um Handballfans, die sich vor der großen Lein-wand drängten, um den Handballkrimi Deutschland – Schweden zu verfolgen. Von 135 Vereinsmitgliedern waren leider nur 26 erschienen, wie Vorsitzender Hans Fellbach etwas bekümmert bei der Begrüßung feststellte. Bevor er die Tagesordnung eröffnete, bat er, der im Jahre 2009 verstorbenen Mitglieder Werner Kupilas und Mathilde Fleischhauer sowie des Vereinsfreundes und langjährigen Vereinswirts Rolf Noisten zu gedenken.

In der Rückschau wertete Hans Fellbach das vergangene Jahr sehr positiv für den Verein: 8 Auftritte des Orchesters, 4 Auftritte des Jugendorchesters, 4 neue Schüler im Jugend-orchester und eine Reihe gelungener geselliger Veranstaltungen (darunter auch der Glühweinabend zugunsten der Pfarrcaritas). Geschäftsführerin Marlies Sander bestätigte diese Ausführungen und ließ das Jahr 2009 noch einmal Revue passieren, und auch Kassenwart Manfred Blum hielt prosperierende Zahlen parat. Da die Kassenprüfer Heinz Loben und Hubert Wahls wiederum einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Vereinsvermögen bestätigten, erteilten die anwesenden Mitglieder dem Kassenwart und dem gesamten Vorstand Entlastung für das Rechnungsjahr 2009.
Einen breiten Raum nahmen die Ausblicke auf das neue Vereinsjahr 2010 und auf das Jubiläumsjahr 2011 ein. Zur Vorbereitung auf die beiden Konzerte im März und April dieses Jahres wird das Orchester wieder zu einem Probenwochenende nach Jünkerath fahren. Die Konzerte stehen unter dem musikalischen Thema Tänze der Völker – in klassischer und moderner Form. Das Kuchenheimer Konzert findet am 20. März in der Schützenhalle statt, das Konzert in der Aula der Euskirchener Marienschule am 17. April. Wegen der Größe dieses Raumes werden wir wieder Unterstützung vom befreundeten Mandolinenorchester Königsdorf erhalten.

Nun folgte der wichtigste Punkt der Tagesordnung: Die Neuwahl des gesamten Vor-stands. Dankbar erkannte die Versammlung an, dass der bisherige Vorstand wirklich gute Arbeit geleistet habe, und es wurde mehrheitlich der Wunsch geäußert, die bisherigen Vorstandsmitglieder möchten auch in den nächsten 3 Jahren diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Einige aus dem „alten Vorstand“ wiesen zwar auf ihre große Inanspruch-nahme durch Beruf und Familie hin, und Hans Fellbach bat, doch sein biblisches Alter zu berücksichtigen, aber gegen den geballten Charme der Wähler und deren überzeugende Argumente gab es kein Auflehnen, und so kam es, dass der alte Vorstand auch der neue war: Vorsitzender - Hans Fellbach, 2. Vorsitzender - Daniel Semroch-Loben, Kasse - Manfred Blum, Geschäftsführerin - Marlies Sander, Spielwartin - Vera Schmidt, Archivarin - Angelika Gehrke, Beisitzer - Sepp Schmidt. Sehr schön war, dass auf den wirklich innovativen Vorschlag des alten und neuen Vorsitzenden als weitere Beisitzer in den erweiterten Vorstand gewählt wurden: Inga Bell, Andreas Huppertz und Stefan Schmidt. Diese Wahl der jüngsten Orchestermitglieder zeigt deutlich, dass die Entwicklung des Vereins zukunftgerichtet ist, aber dennoch keine Zukunftsmusik. Allen Gewählten: Herzlichen Glückwunsch und eine erfolgreiche Amtszeit!

Im Jahre 2011 wird der Verein auf 90 gute, aber auch weniger gute Jahre zurückblicken. Die ersten Vorüberlegungen zu diesem großen Ereignis haben bereits begonnen, und es besteht der Wunsch, die musikalischen Höhepunkte dieser 90 Jahre im Jubiläumskonzert (voraussichtlich Oktober/November 2011) noch einmal zu Gehör zu bringen. Der Vor-stand hofft auf vielseitige Unterstützung, brauchbare Vorschläge sind sehr willkommen!

Dank der disziplinierten Mitarbeit der anwesenden Mitglieder war die umfangreiche Tagesordnung nach gut zwei Stunden erledigt, und Kassenwart Manfred Blum musste „zähneknirschend“ die obligatorische Runde in Auftrag geben. Jakob Fleischhauer dage-gen war überglücklich, dass er endlich wieder einmal zwei Mitspieler zu einer Runde Skat überreden konnte. Wer diesen „Bierlachs“ haushoch gewonnen hat, kann sich wohl jeder denken …

Der alte, neue und verjüngte Vorstand mag diese Zeilen aus Schillers Lied von der Glocke mit in die kommenden Jahre nehmen:

Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
wo Starkes sich und Mildes paarten,
da gibt es einen guten Klang.

Fotos: AC, Text: KPL, 22.01.2010

Jakob Fleischhauer 80

Viermal zwanzig - das sind achtzig. In solche Zwanziger-Phasen hat Jakob Fleischhauer sein Leben eingeteilt: Kind-heit, Jugend und Mandoline; Beruf, Familie und Mandoline; Beruf und Mandoline; Mandoline und Rentner. Zum Beginn des 5. Zwanziger-Zyklus’ lud Jakob seine Mitspielerinnen und Mitspieler aus dem Mandolinen-Orchester und deren Partner ins Kuchenheimer Pfarrheim ein.

Obwohl Freitag vor Karneval, war die Kleidung der Gäste dem Anlass angemessen. Galt es doch, einem der (geschätzt) 777 ältesten, aktiven Mandolinenspieler dieses Planeten die gebührende Reverenz zu erweisen. Fast alle Orchester-Mitglieder samt Anhang waren erschienen, die wenigen Fehlenden galten durch Schwangerschaft oder Krankheit als entschuldigt.

Mit launigen Worten begrüßte das Geburtstagskind die den Raum füllende Zahl seiner Gäste und wünschte allen einen gemütlichen Abend. Und schon ging die Gratulationscour los: Spielleiterin Vera Schmidt überreichte einen hübschen Clown, dessen dicken Bauch die Mitspieler des Orchesters gefüllt hatten, damit der Jubilar sich einen langersehnten Wunsch erfüllen könne. Anschließen ließ Vorsitzender Hans Fellbach durch 2 kräftige junge Spieler im Namen des Vereins einen wohlgefüllten Frühstückskorb hereintragen. In seiner Laudatio hob er hervor, wie viel Verein und Orchester Jakob Fleischhauer in dessen 64-jähriger Mitgliedschaft zu verdanken hätten!

Danach eröffnete der Gastgeber das warm/kalte Büfett, und die hungrigen Gäste ließen ein vielstimmiges „Ah“ und „Oh“ ertönen, ob der Köstlichkeiten, die der Chefkoch des Orchesters wieder einmal aufgetischt hatte. Nachdem die Mägen auf ihre Kosten ge-kommen waren, erfreuten schöne Beiträge der Familien- und Orchestermitglieder die Anwesenden und brachten sie zum Schmunzeln oder Lachen. Dass Pastor Peter Berg auch einige „Verzällche“ und Witze beisteuerte, machte die Feier richtig „rund“. Einhellige Meinung der Gäste beim Abschied: Das war ein wirklich schöner Abend! Ein Gast (der keinesfalls beschwippst oder betrunken war) brachte es auf den Punkt: Wir freuen uns schon auf den 90.

Lieber Jakob, zum Schluss noch unseren herzlichen Dank für den schönen Abend und unsere besten Wünsche für die kommenden 10 Jahre (mindestens)!

Rainer Maria Rilke, der große österreichische Lyriker, schreibt in einem seiner Sinnsprüche:

Was heißt heute? Was heißt morgen?
Ich glaube das muss man verwischen.
Was heißt Sehnsucht? Was heißt Sorgen?
Das Leben liegt gerade dazwischen!

Fotos: AC, Text: KPL, 12.02.2010

Probenwochenende 2010

Wenn der Termin des Konzertes naht,
dann fährt das Orchester nach Jünkerath.

Diese Kausalität trat auch am Freitag, 5. März, wieder ein, denn das Riiieeesenprogramm, das unser Dirigent für das Frühjahrskonzert 2010 zusammengestellt hat, lässt sich nur umsetzen durch ein langes und hartes Wochenende konzentrierter Probenarbeit. Und so trafen sich an diesem Freitag gegen 17:00 Uhr in der Bildungsstätte Jünkerath 21 erwar-tungsbedrückte Spielerinnen und Spieler, 1 energiegeladener Dirigent und 1 zahlungs-kräftiger Vorsitzender zur selben Zeit, am selben Ort, mit demselben Ziel. Der Proben-raum wurde in Besitz genommen, Instrumente und Equipment aufgebaut. Danach konnten die Zimmer bezogen werden (nach dem Motto: 3 Mädels in einem Raum). Jetzt zeigte sich zum ersten Mal, dass die soziale Kälte in unserem Orchester gewachsen ist: Hatten bei früheren Probenwochenenden unsere Mädels noch gefragt: „Jungs, klappt’s mit dem Bettenbeziehen oder können wir helfen“, so hieß es jetzt knapp und kalt-schnäuzig: „Selbst ist der Mann!“

Die nette Wirtschafterin des Hauses half uns über diese unerwartete Enttäuschung hinweg, indem sie uns delikate kalte Platten und leckere Salate zum Abendessen servierte. Danach ging es zur ersten Probeneinheit, die bald ahnen ließ, was uns an diesem Wochenende bevorstehen würde: x-mal dieselben Sequenzen und genau so oft: „Noch einmal von vorn (jedoch ohne den freundlichen Zusatz: bitte)!“ Gegen 21:30 Uhr hieß es endlich: „Schluss für heute!“ Unsere MÜV-Damen und der 1. Vorsitzende hatten die neben dem Probenraum liegende Küche in ein Lager für alkoholfreie Getränke, Kuchen, Brote, Kräuterbutter, Süßigkeiten, Käse, vitaminreiches Obst (gestiftet von unserem Vereinsarzt), gefärbte Eier, Wein, Bier und… umfunktioniert. Wahrlich, hier war es gemütlich, hier konnten wir es uns gut gehen lassen. Und das taten wir dann auch! Das Ergebnis war eine verkürzte, von häufigen Toilettenbesuchen unterbrochene Nacht.

Zum Frühstücksraum mussten wir uns am nächsten Morgen durch knietiefe Schneever-wehungen (wo war eigentlich der Hausmeister?) kämpfen. Während des Frühstücks erfuhren wir, dass die B 51 zugeweht und gesperrt sei; mit unseren Nachzüglern dürfte daher wohl erst später zu rechnen sein. Als dann plötzlich das Ehepaar Quetting im Probenraum stand, gab es ein großes „Hallo“ mit allgemeinem Beifall. Bis zum Mittag mussten wir uns mit einem vertrackten Menuett herumschlagen und schwierige Passagen ständig wiederholen. Zur Belohnung gab es ein tolles Mittagessen: Tafelspitz mit Wirsinggemüse und wirklich leckeren Salzkartoffeln (hmmmm!). Da vom Dessert einige Schüsselchen übriggeblieben waren, konnten unsere bekannten Schleckermäulchen mehrfach nachfassen. Der geplante Verdauungsspaziergang endete nach wenigen Schritten im Tiefstschnee und musste abgebrochen werden. Nachdem unser Hof- und Kellermeister Hans eine belebende Tasse Kaffee angeboten hatte, ging es um 14:00 Uhr in die 4. Probeneinheit und nach einer kurzen Pause um 16:30 Uhr in die 5. In beiden Einheiten standen einige anspruchsvolle Stücke auf dem Programm. Die größte Schwierigkeit trat allerdings beim Ungarischen Tanz Nr. 6 von Johannes Brahms auf. Es gelang unserem Dirigenten zunächst nicht, die einzelnen Stimmen zusammenzuführen. Erst nach einigem Forschen entdeckte er den Grund: Während das Orchester den vorgegebenen Tanz Nr. 6 spielte, hatte eine Mitspielerin, die wir bereits im Bericht über das Probenwochenende 2008 unter dem Pseudonym Margot kennengelernt haben, den Ungarischen Tanz Nr. 5 aufgelegt … Auch am Sonntag kam es am Bass zu einer ähn-lichen Verwechslung, die ebenfalls nicht enharmonischer Natur war.

Übrigens: An diesem Samstagnachmittag kehrten die beim Wandertag im letzten Sep-tember geernteten Schlehen in verflüssigter Form zu uns zurück. Danke! Der Samstag-abend hielt Höhen und Tiefen für uns bereit: Nach einem üppigen Abendessen folgte der Absturz in die Tiefen unserer strapazierten und Blasen bedeckten Finger, ehe es kurz vor zehn zum gemütlichen Teil überging – vom Dirigenten im Programmablauf als „freie Abendgestaltung“ bezeichnet. Wir waren von dem langen Tag so platt, dass es nicht mehr viel zu gestalten gab – außer ein paar Gläschen, etwas Knabberei und vielen Verzällchen. Unser Bänkelsänger-Duo „Alhei“ brachte uns kurzfristig noch einmal zum Lachen, Mitsingen und Schunkeln, bis dann lange vor Mitternacht die meisten ihre Betten aufsuchten, und nur einige „Unverwüstliche“ sich der notwendigen Regenerierungsphase verweigerten und stattdessen einen Mambo-Crashkurs durch UB erhielten (wobei sich die Frage stellt: war es nun der Mambo No five oder No six?). 

Diese verbotene Nachtarbeit rächte sich am Sonntagmorgen, als die Ruhestörer schlaff und mit halb geschlossenen Augen am Frühstückstisch hingen, während die Sittsamen rechtzeitig aus den Betten gekommen waren und ausgeschlafen und fromm die Früh-messe besuchen konnten und dort sogar als Lektorin, Messdiener oder Organist mit-wirkten. Nach 4 bis 5 dunkelschwarzen Tassen Kaffee und einem hart gekochten Ei sahen dann alle wieder probenfähig aus. Der Sonntagvormittag diente dazu, die letzten „Unebenheiten“ bei den geprobten Stücken zu beseitigen. Nach einem Mittagessen, wie es in einer derartiger Geschmacksfülle und Reichhaltigkeit nur aus einer Klosterküche stammen kann, wurden alle Stücke noch einmal in der endgültigen Reihenfolge gespielt und erreichten beim Dirigenten einen Zufriedenheitsgrad von gefühlt 87 %. Erschöpft, aber dennoch zufrieden wurden Instrumente und Gerät eingepackt, und alle Beteiligten setzten sich zu einem kurzen Resümee noch einmal um den Kaffeetisch mit den letzten Kuchenresten und den restlichen gefärbten Eiern. Ein kleiner Wermutstropfen trübte dann die Stimmung in der frohgemuten Runde, als eine Mitspielerin einen Schwächeanfall erlitt, ausgelöst durch einen daheim nicht ganz auskurierten Infekt (und nicht wegen fehlendem Schlaf, wie Böswillige vielleicht meinen könnten! – Ernsthaft gemeinte und notwendige Ergänzung durch die Redaktion). Unserem Vereinsarzt Om gelang es, sie schnell zu stabilisieren und bald wieder auf die Beine zu bringen, so dass nach der kurzen Aufregung doch alle zufrieden den Heimweg antreten konnten. Es bleibt allerdings die Frage offen: Was war für unsere Spielkameradin schlimmer – das Unwohlsein oder das (vom Arzt verordnete) Heimgefahrenwerden durch eine Mitspielerin, die wegen ihres „Dicken Bleifußes“ bekannt ist und gefürchtet?

Das Fazit dieses Wochenendes – frei nach der Ballade „Nis Randers“ von Otto Ernst:

Er springt in den Schnee, und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Eifelgewächs.
Sie schippen und schippen.
Dann rollen die Wagen, jetzt geht es nach Haus,
da ruft noch einer zum Fenster hinaus:
„Sagt Hans, es war schön hier!“

(Unbekannter Eifelpoet)

Fotos: AC, Text: KPL, 07.03.2010

Das Konzert 2010

- ein „Streifzug durch die Welt der Tänze“

Bereits im Bericht über das Probenwochenende in Jünkerath war von der Kausalität zwischen Probenwochenende und Konzert die Rede, und je näher der Konzerttermin herankam, desto intensiver dachten wohl viele der Spielerinnen und Spieler: Ach, wäre ich doch bloß nicht nach Jünkerath gefahren, dann müsste ich auch jetzt nicht beim Konzert mitspielen. Lediglich unser Dirigent schien in seiner überschäumenden Vorfreude den Auftritt kaum erwarten zu können. Nach einer nicht ganz perfekten Generalprobe am Freitagabend (was ja auf ein erfolgreiches Konzert hoffen ließ!) war der große Tag end-lich da. Wie gut allerdings, dass von den Spielerinnen und Spielern niemand an diesem Tage ahnte, dass Dirigent Ulrich Bleck den größten Teil des Tages aus gesundheitlichen Gründen im Bett verbringen musste und – wie er nach dem Konzert gestand – zum ersten Mal in seinem Dirigentenleben befürchtet habe, ein Konzert absagen zu müssen. Gott sei Dank jedoch trafen sich alle Mitwirkenden um 17:30 Uhr zum Stimmen und Einspielen, bis auf eine Schlafmütze, die diese Verabredung total verschwitzt hatte und erst kurz nach 18:00 Uhr auftauchte und dann noch unschuldig fragte: „Komme ich etwa zu spät?“

Unsere MÜV-Mädels verteilten derweil Bananen zur Beruhigung der angespannten Nerven.

Endlich um 19:30 Uhr der große Einzug: Voran das Jugend-Zupf-Ensemble des Vereins und dahinter das Orchester. Vorsitzender Hans Fellbach begrüßte zunächst die Gäste, danach den Dirigenten, die Spielerinnen und Spieler und mit ganz besonderer Freude die Kinder und Jugendlichen des Jugend-Zupf-Ensembles unter der Leitung von Daniela Semroch und Daniel Semroch-Loben. O-Ton HF: „Wir sind sehr stolz auf unsere Jüng-sten, sie sind die Zukunft unseres Orchesters. Ganz besonders danken wir Daniela und Daniel, die für den Nachwuchs sorgen!“

Dann endlich ging es los, und – um das vorweg zu nehmen – die meisten der recht schwierigen Stücke klappten besser als der ein oder andere erwartet hatte. Der „Streifzug durch die Welt der Tänze“ begann mit „Ein gut Dantzerey“ - von dieser Suite spielten wir die drei Stücke aus Polen, Schottland und England, die die Art der (Tanz)Musik des ausgehenden Mittelalters erkennen lassen. Es folgten das bekannte „Menuett“ von Luigi Boccharini (entstanden Ende des 17. Jahrhunderts) und danach drei wirkliche Ohr-würmer: Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ (das weltbekannte Ballet mit Motiven aus zahlreichen Volksmärchen), von Dmitri Schostakowitsch der „Walzer Nr. 2“ – besser bekannt als „Second Waltz“ und der „Ungarische Tanz Nr. 6“ von Johannes Brahms. Eingeschoben in diesen Block der recht bekannten Melodien war ein „klassisches“ Stück, das wir uns über ein ganzes Jahr Schritt um Schritt erarbeitet hatten: „Anitras Tanz“ aus der „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg. Bei diesem Stück konnte man nicht einfach davon ausgehen, dass das Publikum schon deshalb applaudieren würde, weil es das Stück kannte – hier musste die Darbietung überzeugen, und der Beifall zeigte, dass uns der Vortrag auch dieses Stückes offensichtlich gut gelungen war.

Ulrich Bleck gab zu allen Werken und ihren Komponisten interessante Informationen. Für die Infos und die dazu gehörenden Musikstücke dankte das Publikum mit teilweise stürmischem Applaus. Nach diesem „klassischen“ Block war das Jugend-Zupf-Orchester an der Reihe und erfreute die Zuhörer mit 8 Tanzstücken, darunter ein wilder „Hexentanz“ und ein fröhlicher „Matrosentanz“. Das Publikum war erstaunt über die Leistungen dieser „Knirpse“, von denen einige kaum über ihr Notenpult schauen konnten, deren Spiel aber durch die „Älteren und Fortgeschrittenen“ (wie Daniel Semroch-Loben sie bezeichnete) die notwendigen Strukturen erhält. Lebhafter Applaus war ein schöner Dank an die jungen Spielerinnen und Spieler sowie an die beiden „Ds“ (Daniela und Daniel – für jene, die die Begrüßungspassage nicht mit der notwendigen Aufmerksamkeit gelesen haben).

Nach einer mittelkurzen Pause leitete der „Russische Tanz“ von Theodor Ritter (dem großen deutschen Zupfmusiker Anfang des letzten Jahrhunderts) allmählich über zu den modernen Tänzen mit den ins Blut gehenden Rhythmen. Zunächst spielten wir Dieter Kreidlers rhythmisch ausgesprochen interessante, aber auch anspruchsvolle „Rumba“ (die wie Ulrich Bleck erläuterte, eigentlich gar keine (Tanz)Rumba ist); dann folgten José Maria Canos (getragener) Walzer „Hijo de la luna“ und von A. Malando der Tango „Olè Guapa“, bei dem alle Mitglieder des Orchesters – vor allem aber unsere Akkordeonistin - ihre Finger tüchtig laufen lassen mussten. Danach sang Inga Bell, begleitet vom Orchester, mit ihrer klaren Sopranstimme zwei sehr schöne und bekannte Lieder: „Moon River“ von Henri Mancini (ursprünglich gesungen von Audrey Hepburn in dem Film „Frühstück bei Tiffany“) und „Que sera“ von R. Evans und J. Livingston (bekannt geworden durch Doris Day in dem Alfred-Hitchcock-Film „Der Mann, der zuviel wusste“). Zum Finale gab es dann noch einen musikalisch und rhythmisch äußerst facettenreichen und insofern sehr anspruchsvollen Titel (mit dessen Erarbeitung wir uns ebenfalls sehr lange beschäftigt hatten): „The time of my life“ aus dem Film „Dirty Dancing“ und dann - zum Mitklatschen fürs Publikum - den Paso doble „Eviva Espana“ von Leo Caerts. Frenetischer und lang anhaltender Beifall forderte geradezu eine Zugabe, die mit dem furiosen Rumba-Fox „Tico-Tico“ von Zequinha Abreu und dem „Cancan“ aus Jacques Offenbachs Oper „Orpheus in der Unterwelt“ auch prompt folgte. Danach: Standing Ovations, Freude beim Dirigenten sowie den Spielerinnen und Spielern, Dank des 1. Vorsitzenden (mit kleinen Geschenken für die Sängerin, den Dirigenten und die beiden Leiter des Jugend-Zupf-Ensembles) – und dann: Schluss …

Und so bleibt als Letztes nur die Feststellung: „Wie gut, dass wir in Jünkerath waren!“

Fotos: DG, Text: UBk, KPL, 20.03.2010

Nachwuchs

beim Mandolinen-Orchester Kuchenheim

Es ist wichtiger, Kinder glücklich zu machen
als durch Kinder glücklich zu werden!
(Prof. Walter Bärsch, Erziehungswissenschaftler)

Das Mandolinen-Orchester 1921 Kuchenheim e. V. gratuliert

Sandra und Ulrich Blum

sehr herzlich zur Geburt ihres 1. Kindes – der Tochter Lisa.


Wir wünschen der Kleinen, ihren Eltern und ihrer ganzen Familie eine gute gemeinsame Zukunft.

Da der stolze Papa, Oma und Opa sowie Tante und Onkel zu den Spielerinnen und Spielern unseres Orchesters gehören, kann man davon ausgehen, dass Lisa auch die Liebe zur Zupfmusik geerbt hat und in nicht allzu ferner Zukunft im Orchester mitmachen wird.

Wir freuen uns schon auf sie!

Vorstand und Mitglieder des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim

Das Konzert in der Euskirchener „Marienschule“

Sowohl unser Vorsitzender Hans Fellbach als auch unser Dirigent Ulrich Bleck waren der Auffassung, die monatelangen Vorbereitungen für unser Frühjahrskonzert in Kuchenheim seien sehr aufwändig für einen einzelnen Auftritt, und so beschlossen sie, dass – wie schon 2008 – vier Wochen später ein weiteres Konzert in der „Marienschule“ in Euskirchen stattfinden solle. Wegen des sehr großen Konzertraumes waren unsere Mandolinenfreunde aus Königsdorf wieder bereit, uns tatkräftig zu unterstützen.
Infolge der Vulkanasche aus dem isländischen Eyafjalla-Jökull waren alle umliegenden Flughäfen geschlossen, so dass in der großen Aula leider hier und da ein Plätzchen nicht besetzt war.

Die beiden großen Tageszeitungen in unserer Region haben in ihrem Lokalteil über Verlauf und Erfolg des Abends je einen Artikel gebracht, wie er auch von einem Orchestermitglied nicht positiver hätte geschrieben werden können. Bleibt also dem Chronisten nur noch, auf den Link zu den „Pressestimmen“ auf unserer Homepage hinzuweisen.

Zum Schluss ein ganz herzliches Dankeschön an Lydia Pollany-Schmidt, die mit einigen Mitgliedern der „AG Gesellschaftstanz“ der Marienschule dafür gesorgt hat, dass sich Mitwirkende und Gäste auch außerhalb des Konzerts rundherum wohlgefühlt haben. Danke!

Wenn bloß das mühselige Aufräumen am nächsten Tag nicht wäre …

Fotos: Text: KPL, 17.04.2010

Das Grillfest 2010…

(das leider nie stattgefunden hat!)

Martin Luther King am 28. Aug. 1963 in Washington, D.C.:
Ich habe einen Traum!

Auch ich hatte einen Traum. Ich träumte:

Es ist Sonntag, der 11. Juli 2010, und heute findet das jährliche Grillfest unseres Orchesters statt – wie immer bei strahlendem Sonnenschein dank des guten Drahtes unseres Vorsitzenden HF zum „Decken Tönnes“. Pünktlich um 10:30 Uhr treffen sich viele Mitglieder und ihre Partner mit den Fahrrädern am Pfarrheim. Die Gepäckträger voll mit Kindern, Spielen und selbst gebackenen Kuchen und Torten. Diejenigen, die sich kein Fahrrad leisten können oder nicht mehr Radfahren wollen, befördert unser lieber Hans höchstpersönlich in seinem neuen Wagen zum Grillplatz nach Wüschheim. Zu unserem Empfang ist der Platz geflaggt und toll geschmückt. Vera steht am Eingang und begrüßt die Ankommenden mit einem Glas eisgekühltem Sekt. Viele fröhliche Menschen und überall „Prost“, „Hallo“, Umarmen und Schulterklopfen – wie das bei uns halt so üblich ist! Selbst der hl. Nikolaus befindet sich mittenmang in dieser ausgelassenen Meute – leider nicht in seinem schönen Gewand, sondern ganz leger im Freizeitlook.

Zur Feier des Tages hat Grillmeister Dieter nicht nur Würstchen, sondern auch Steaks und Filets aufgelegt. Und später ein Dessert, das einem noch tagelang das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Gegrillte Bananen mit Calvados oder Kirschwasser (hmmmm!).

Nach dieser Völlerei zur Verdauung ein gemütlicher Spaziergang, ein kleines Nickerchen in der Ecke oder auf einer der von unseren Mädels ausgebreiteten Decken, verschiedene Spiele oder ganz einfach nur ein Tässchen Kaffee. Danach ein wenig Musik zum Mit-summen oder Mitsingen.

Nach kaum einer Stunde (man fasst es nicht!): Die Ersten fragen nach dem Nachmittags-kaffee. Am Büfett gibt es Kaffee und Kuchen (mit und ohne Sahne), Plätzchen, Teilchen, eine riesige Schüssel voll herrlicher Erdbeeren und noch andere süße Leckereien, was einen nicht mehr ganz jungen Mann, der kurz hinter Euenheim wohnt, andächtig auf diese süße Pracht starren lässt. Man sieht ihm förmlich an, dass er gerade das Grimm’sche Märchen vom „süßen Brei“ vor Augen hat. Danach muss ein wenig Kultur sein: Jakob, unser Altmeister des Gesangs, trägt alte Ohrwürmer vor und animiert zum Mitsingen und sogar zu einer kurzen Polonaise; und auch unser alter Freund Günter be-geistert uns mit einem tollen Vortrag über die Bedeutung und die unbedingte Notwendig-keit eines Grillfestes für das Vereinsleben und strapaziert die vom vielen Futtern schon arg angespannte Bauchmuskulatur seiner Zuhörer noch weiter.

Mitte des Nachmittags fährt der Wagen des Bürgermeisters vor. Dr. Friedl und Pastor Berg steigen aus, um ein paar schöne Stunden mit ihren geschätzten Mandolinen (Pastor Berg pflegt zu sagen: Mandarinen) zu verbringen. Obwohl außer diesen beiden niemand mehr hungrig sein kann, wird der Grill wieder angefeuert und alle lassen sich noch ein bis vier Würstchen schmecken. So was nennt man „Reste verputzen“. Unter allgemeinem Beifall verkündet Pastor Berg, zum Dank für die ausgezeichnete Bewirtung werde er heute Abend den Grill schrubben, was Bürgermeister Dr. Friedl veranlasst, den Abwasch zu übernehmen. Da wird wieder deutlich: Jede gute Tat zieht weitere nach sich; und unseren Kids wird beispielhaft demonstriert, wie die gelungene Umsetzung einer Vor-bildfunktion aussieht.

In einer schattigen Ecke des Platzes baut unser Cheftechniker Albert einen großen Bild-schirm auf, damit die Fußballfans miterleben können, wie Deutschland endlich wieder einmal Fußball-Weltmeister wird.

Bevor jedoch die Übertragung begann, erwachte ich wegen eines heftig empfundenen Völlegefühls und ich erkannte, dass ich in meinem Bett lag und diesen wundervollen Tag nur geträumt hatte. Es stimmte mich traurig, dass dieses Grillfest nur ein Produkt meines verfressenen und gierigen Unterbewusstseins war und dass diese herrliche Grillwurst 

leider niemals verzehrt wurde.

Dazu fiel mir von Julius Wolff der Text eines alten Volksliedes ein:
„Behüt’ Dich Gott, es wär’ so schön gewesen,
behüt’ Dich Gott, es hat nicht sollen sein!“

Schade, schade, schade…!

Foto: ML, Text: KPL, 26.06.2010

Nachtrag zum Grillfest 2010

Dass durch das ausgefallene Grillfest 2010 der tatsächliche Verlust für alle aktiven Orchester-Mitglieder noch sehr viel größer ist als zunächst empfunden, wurde mir erst viel später durch die Bemerkung einer klugen Mitspielerin klar. Wir mussten nicht nur auf unser heißgeliebtes Grillfest verzichten, sondern es wird auch – und das ist gewiss ebenso tragisch – etwas in Jahren gewachsenes Traditionelles diesmal nicht stattfinden: Das Reste-Essen der Aktiven in der Kellerbar von Berti und Hans!

So ist wohl zu befürchten, dass das Jahr 2010 als „Katastrophen-Jahr“ in die Chronik des Orchesters eingehen wird – jedenfalls, was den Genuss und die Geselligkeit betrifft. Und auch hier wird der Chronist vermerken: Sch…, schade, schade!!!

KPL, 10.09.2010

„Molto vivace“

beim Wandertag 2010

Nachdem das Grillfest 2010 ein Opfer der übervollen Terminkalender aller Beteiligten geworden war, richteten sich nun die Erwartungen auf den geplanten Wandertag im September. Und – um es kurz zu machen: Der ist nicht ausgefallen! Entsprechend groß war die Freude, als sich die Aktiven aus Kuchenheim und Umgebung mit ihren Partnern und Kindern an diesem 18. September kurz vor 9:00 Uhr auf dem Kuchenheimer Hbf trafen. Unsere Mitspielerin Inga Bell, die an diesem Morgen wegen ihrer Examensvorbereitungen noch an der Uni weilte, hatte ihren Vater beauftragt, dafür zu sorgen, dass kein Schussel seinen Wandertagskuchen in Kuchenheim stehen ließ. Und so kam Vater Bell in Windeseile zum Bahnhof gestürmt. „Molto vivace“.

Doch jetzt begannen die Probleme mit der Bahn: Die Gruppenkarten im Automaten zu ziehen, war ja noch einfach; doch diese Karten in einem defekten Gerät zu entwerten – das gelang leider nicht. Weniger „molto vivace“! Als wir dann vor Euskirchen anhalten mussten, um unserem „Eifelexpress“ Vorfahrt zu gewähren, wurden unsere Gesichter schon bedenklich lang. Unser Zug lief im Bahnhof ein, als der Uhrzeiger gerade auf die Abfahrtzeit unseres Anschlusszuges sprang. Also: hier Treppe runter, auf der anderen Seite wieder Treppe hoch und zum nächsten Wagen rein. Eine Spielkameradin, die mit diesem Zug gekommen war, stand in der Tür und hinderte so den Lokführer an der Weiterfahrt. Braves Mädel! Schwer atmend, aber doch erleichtert, fielen wir in die Sitze. Die ersten Flaschen wurden geöffnet und die ersten Kostproben der Wandertags-verpflegung ausgetauscht.

In Nettersheim erwartete uns die „Eifelabteilung“ unseres Orchesters mit Wanderführerin Vera; natürlich war auch Planwagen-Chef Sepp mit seinen 26 Pferden zur Stelle. Wegen des zugfahrtbedingten Stresses musste jedoch zunächst die Bahnhofstoilette aufgesucht werden. Diese liegt etwas außerhalb der Bahntrasse im Holz-Kompetenz-Zentrum. „Molto vivace“. Danach konnte es richtig losgehen: Über den Jugendherbergsweg und Kräuter-pfad durch das Genfbachtal, steil aufwärts Richtung Zingsheim – im Blickfeld immer den Achelberg und den Willenberg. Der ist mit 54400 cm die höchste Erhebung auf unserer Wanderung. Inmitten dieses schönen Panoramas die erste Pause mit Kaffee, Limo, Bier, Brot, Brötchen und Kuchen. Nirgends isst man so gut und so reichlich und nirgends kann man sich selbst besser etwas vormachen: „Jibb mir bitte noch en Stück Nusskuchen, dat träniere me heut bestimmp wieder ab“. Auf der weiteren Tour führte uns Vera zum Rummerschlegel (Römerschlag), einer Kalksteinformation, die aussieht wie der Stein-bruch, in dem Obelix seine Hinkelsteine schlägt. Sie erzählte dazu eine fesselnde Geschichte, nach der „En der Rommerschlägel“ es eine Schlacht zwischen Römern und einem nicht bekannten Stamm gegeben haben soll. Die Römer kamen aus Richtung Keldenich und stießen im Tal mit dem Feind zusammen. Dabei soll der römische Feldherr gefallen und in voller Uniform in Richtung Zingsheim hin begraben worden sein. „Piu vivace“. Noch heute streiten die Gemeinden Nettersheim und Zingsheim, auf wessen Gebiet diese Schlacht stattgefunden haben könnte. Obwohl die Geschichte „Parallelen“ zur Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. aufweist, kann man sich der Faszination dieses Ortes nicht entziehen. Zurück in der Gegenwart ging es dann weiter Richtung Rosental, vorbei am Margaretenhof, aufwärts nach Keldenich zur Ranch von Vera und Sepp.

Der Rest des Tages lehnte sich in seinem weiteren Ablauf an die Wandertage der Vor-jahre an: Mitgebrachte Kuchen (natürlich selbst gebacken), Kaffee, Tee, Limo für die Kinder und später Alkohol in den verschiedensten Formen für die Erwachsenen. Doch halt! Zwei, nein drei Unterschiede gab es schon: Zum einen saßen wir zum Nachmittags-kaffee in der Sonne eines wunderschönen Spätsommertages, zum anderen stand auf einmal Lisa, unser jüngster Fan, auf dem Arm ihrer Mutter mitten unter uns, worauf alle Mütter und – insbesondere - die Großmütter in Verzückung gerieten, und zum dritten … Doch dazu muss man etwas weiter ausholen: Da gibt es zwei dem Orchester nahe stehende Personen, die sich sehr kurzfristig entschlossen hatten, künftig einen gemein-samen Namen zu führen. Dies geschah, ohne das Orchester zu befragen oder zu infor-mieren. Doch so sang- und klanglos geht das natürlich nicht! Hier in Keldenich sollte nun alles seine gewohnte Ordnung bekommen. So mussten die Frischvermählten auf zwei Stühlen (warum nicht auf einem?) Platz nehmen, sich eine Gratulation mit (überflüssigen) Ratschlägen anhören, mit allen anstoßen, die Polterscherben zusammenfegen und zum Abschluss noch ein Zitat des Zynikers Kurt Tucholsky ertragen. Dennoch: „molto, molto vivace“! Wollen wir hoffen, dass damit die größten Herausforderungen in der gemein-samen Ehe schon überstanden sind. Jedenfalls schloss sich daran eine herrliche Wan-dertag-, Polter- und Hochzeitsabendfestivität an – gekrönt von einem tollen Büfett unseres Meisterkochs Willi.

Zwei schöne Stunden am Lagerfeuer mit Erzählen und Singen folgten. Und als unser Dirigent gegen 21:00 Uhr sehr gefühlvoll das alte Lied der Pfadfinder spielte und sang:

„Nehmt Abschied, Brüder,
ungewiss ist alle Wiederkehr.
Die Zukunft liegt in Finsternis
und macht das Herz uns schwer“,

da galt das sowohl den Wanderern als auch dem Jungen Paar. Denn die Hoffnung bleibt, dass wir uns auch im kommenden Jahr zu einem derart schönen Tag (allerdings dann ohne Scherben und Sekt) wiedersehen werden.

Fotos: DG, Text: KPL, 18.09.2010

Berti und Hans: 2 „Goldies“ im Glanz!

Ein Jahr der großen Feste hat für das Mandolinen-Orchester Kuchenheim begonnen: Im kommenden Herbst das 90-jährige Vereinsjubiläum und, sozusagen als Einstimmung, an diesem Freitagabend zwar kein 90-jähriges aber immerhin ein 50-jähriges Jubiläum – die Goldhochzeit von Berti und Hans Fellbach, unserem rührigen Vereinsvorsitzenden.
Die große Feier mit Verwandten, Freunden und Nachbarn begann mit einer hl. Messe in der Kuchenheimer Pfarrkirche. Für die Mitglieder des Mandolinenvereins war es eine Selbstverständlichkeit, bei diesem Dankgottesdienst mitzuwirken: Das Orchester mit mehreren vom Jubelpaar gewünschten Stücken, Uli Blum an der denkmalwerten Schorn-Orgel und Inga Bell mit ihrer schönen Sopranstimme. Dass die Gemeinde leider nicht in den Genuss eines weiblichen Duetts kam, lag daran, dass Angelika Gehrke infolge einer Stimmband-Erkrankung derzeit nicht singen darf. Schade! Pastor Berg fand in Ansprache und Predigt berührende Worte über Liebe, Treue und Hingabe im Allgemeinen und den gemeinsamen Lebensweg des Goldhochzeitspaares im Besonderen. Schon die große Anzahl der Gottesdienstbesucher ließ die Wertschätzung der beiden durch Freunde, Verwandte und Bekannte erkennen.

Nach diesem feierlichen Gottesdienst kamen wohl mehr als hundert Gäste ins Pfarrheim, um mit dem Jubelpaar ein paar schöne Stunden zu verbringen. Tochter Claudia dankte ihren Eltern für alles, was sie in ihrem Leben von ihnen erhalten habe. Und obwohl dies in sehr gefühlvoller Weise geschah (was in dem einen oder anderen Auge kleine Tröpf-chen glitzern ließ), konnten die Gäste häufig ein Schmunzeln oder gar herzhaftes Lachen nicht unterdrücken. Danach lud das „Goldpaar“ zu (wirklich!) leckeren Kanapees ein, mit den entsprechenden Getränken – versteht sich! Es ist nicht übertrieben, wenn der Chronist in diesem Zusammenhang festhält, dass einer der Stehtische unter der Last der Speisen und Getränke zusammengebrochen ist. Gott sei Dank blieb es bei einem gering-fügigen Sachschaden.

Bei zwanglosen Gesprächen an schön dekorierten Sitz- oder Stehtischen, von unserem Tonmeister Albert mit dezenter Hintergrundmusik unterlegt, folgten einige sehr gemüt-liche Stunden, die in dem Höhepunkt gipfelten, dass Hans seine frühere Freundin Berti zum Goldhochzeitstanz führte. Mit großen Augen folgten die Gäste den schwungvollen Runden der beiden, und herzlicher Beifall belohnte die Eleganz ihrer Tanzschritte. Die Gespräche einiger Anwesenden drehten sich um das Thema des Abends: Beziehung, Partnerschaft und Ehe; und häufig kam man zu dem Ergebnis, dass dies alles doch nicht so einfach sei! Also hat Theodor Storm, der bedeutende Novellist aus dem meerumschlungenen Norden, wohl recht mit seiner Aussage:

„Die Liebe, welch’ lieblicher Dunst!
Doch in der Ehe, da steckt die Kunst!“

Liebe Berti, lieber Hans, wir freuen uns mit Euch über Eure Goldhochzeit, gratulieren Euch zu dieser beachtenswerten Lebensleistung und danken Euch für die Einladung, das Ereignis mit Euch zu feiern.

Noch viele gemeinsame und zufriedene Jahre bis zu Eurer diamantenen oder eisernen Hochzeit (vielleicht sogar noch zu weiteren Jubelhochzeiten, deren Namen wir nicht einmal kennen) wünschen Euch der Vorstand (mit Ausnahme des Vorsitzenden) und die Mitglieder des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim.

Fotos: AC, Text: KPL, 05.11.2010

Glühwein…

ist nicht nur für Knaben eine von den besten Gaben!

Diese leicht modifizierte Aussage von Wilhelm Busch stand beim Glühweinabend 2010 des Mandolinen-Orchesters am 20. November auf dem Prüfstand. Schon in der Vorabend-messe hatte Pastor Berg die gleichstellungsgerechte Einladung an die Gottesdienstbesucher beiderlei Ge-schlechts weitergegeben. Und trotzdem kamen leider nicht sehr viele Glühweinfreundinnen und –freunde zum Pfarr-heim. Obwohl die äußeren Umstände mit gefühlten 0 Grad sehr glühweingeeignet waren, wurde das Glühwein-Serviceteam „A. & M.“ nicht sonderlich gefordert. Der „harte Kern“ des Orchesters (verstärkt durch Pastor Berg und einige andere Sympathisanten des heißen Gebräus) stand zwar Schlange vor dem Glühweinkessel, doch viele der weiblichen Gäste verlangten nach Kinderpunsch – mit der Begründung, sie müssten noch Auto fahren. Eine dumme Ausrede, wo doch jeder weiß, dass man/frau zum Glühweintrinken zu Fuß geht oder bestenfalls mit dem Fahrrad fährt. Wilhelm Busch hatte wohl doch Recht, als er den roten (Glüh)Wein überwiegend den „alten Knaben“ zuordnete.

Es war dennoch eine fröhliche Runde mit viel Spaß um den Glühweinpott herum und etwas ernsthafteren Gesprächen am Rande des Kreises. Zu den lustigsten Glühwein-freunden gehörte zweifelsohne Charly B(rown) mit seinen beiden taffen Mädels! Erst als gegen 21:00 Uhr der Pegel des Glüh-weinbottichs den Boden erreichte, löste sich die Trinker-gemeinde allmählich auf. Die „üblichen Verdächtigen“ halfen noch beim Auf-räumen, derweil der Finanzvorstand, Hans und Manfred, Kassensturz machte und erfreut feststellte, dass das Ergebnis des Vorjahres wohl getoppt würde. Pastor Berg wird es freuen, und sicher auch diejenigen, die sich von der Pfarrcaritas eine kleine Hilfe in ihrer vorweih-nachtlichen Finanzlage erhoffen. Fast beiläufig erwähnte der Vorsitz-ende, dass der Materialeinsatz für den Glühwein-abend von der Kasse des Orchesters übernommen würde, so dass die Einnahmen aus dem Glühwein-verzehr in voller Höhe an die Pfarrcaritas überwiesen würden. Sehr generös – das darf man wohl mal laut sagen!
Fazit: Es war wiederum sehr gemütlich, es bewirkt auch etwas Gutes, und so wird es hoffentlich auch im kommenden Jahr heißen:

„Von drauß’ vom Walde komm’ ich her, ich muss Euch sagen, es glühweint sehr“ !

Fotos: IL, Text: KPL, 20.11.2010 

Nikolausabend 2010

(Von schnellkreisenden Weihnachtsbäumen, verfressenen Hunden und unersättlichen Damen)

Betrübt schaute Vorsitzender HF bei der Begrüßung zum Nikolausabend im Vereinslokal „Zur Tant Seef“ auf das kleiner gewordene Häuflein der Nikolausgäste. Mehrere Aktive waren leider nicht anwesend und auch von den „Stammgästen“ fehlten einige. Vielleicht sollte unsere Geschäftsführerin im kommenden Jahr in die Einladung zum Nikolausabend den Hinweis aufnehmen: Wer nicht kommen will, den holt der Hans Muff und steckt ihn in den großen Sack!

Auch unser orchestereigener Nikolaus hatte sich entschuldigt, da er zum Treffen der Nikoläuse in den Schwarzwald gereist war, und so kam es, dass ein junger und auf-strebender Nikolaus-Azubi die Gelegenheit wahrnahm, einen kurzen Rückblick über das Vereinsjahr zu geben und den Aktiven in mehr oder weniger verständlichem Nikolaus-deutsch die Leviten zu lesen. Zum Ausgleich für diese unangenehme Pflicht hielt er für jeden der Gescholtenen (d.h. für alle) eine wohlgefüllte Tüte bereit. Im Übrigen war der Ersatz-Nikolaus in seiner Körpersprache so lebhaft, dass Teile seines bischöflichen Nikolausstabes zu Bruch gingen.

Mit der Ehrung der Jubilare ging es dann weiter: Für 25-jährige Mitgliedschaft Wilma Müller, Walter Müller (trotz der Namensgleichheit sind die beiden nicht verwandt oder verheiratet), Hubert Pagnin und Peter Wershoven. 50 Jahre Vereinsmitglieder sind die Brüder Heinz-Peter und Willi Klinkhammer und unglaubliche 60Jahre(!) gehört Theo Eimermacher dem Verein an. Auch von den Jubilaren konnten leider einige aus persön-lichen oder gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein und ihre Urkunden in Em-pfang nehmen. Aber allen unseren Dank für diese vielen Jahre der Treue, unsere herzlichen Glückwünsche zu der wohlverdienten Ehrung und unsere Hoffnung auf noch viele schöne Jahre im Mandolinen-Orchester 1921 Kuchenheim e.V. Ebenfalls ein ganz herzliches Dankeschön erhielten VSS für die wiederum sehr gelungene Ausrichtung des Wandertags, der inzwischen zu den jährlichen Höhepunkten im Vereinsleben zählt. Auch Pastor Berg freute sich sehr über den Erlös aus dem Glühweinabend in Höhe von 250,00 € und deutete an, wie viel Gutes mit diesem Geld getan werden könne.

Anschließend gaben zwei Orchestermitglieder einige Gedichte zum Besten, und auch Pastor Berg erzählte eine lustige Weihnachtsgeschichte und trug über die Essgewohn-heiten einer wohlbeleibten Dame ein tragikomisches Gedicht vor, das aber letztendlich für diese arme Frau und möglicherweise auch für andere Menschen in ähnlichen Situationen eine Problemlösung anbot.

Danach gab es muntere Gespräche an den Tischen und „Wortgeplänkel“ mit den Losver-käufern, ob denn wohl genügend Gewinne zwischen den ganzen Nieten vorhanden seien. Dies muss man eindeutig mit einem Ja beantworten! Es folgte noch ein gemütliches Stündchen, ehe auch die Letzten mit ihren Gewinnen bepackt nach Hause zogen.
Wie immer war es ein richtig schöner Abend, der hoffentlich im kommenden Jahr wieder besser besucht sein wird!

Fotos: AC, Text: KPL, 11.12.2010