Archiv - 2016                                                                       

Alle Jahre wieder…

Seit vielen Jahren hat das Mandolinen-Orchester Kuchenheim seinen festen Platz vor und in der Hl. Messe am Zweiten Weihnachtstag. „Fast schon Tradition“ meinte eine Gottesdienst-Besucherin beim Verlassen der Kirche. „Mit Sicherheit nicht“ sagte Pfarrer Schierbaum in seiner Begrüßung und bei der Entlassung: „Die Krippe in unserer Kirche ist Tradition; das Spiel des Mandolinen-Orchesters dagegen ist ein wertvolles Geschenk des Orchesters an die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher, das viel Arbeit  macht und manche Probestunde erfordert“. Diese Sicht der Dinge ist sehr erfreulich und soll für alle Messbesucher einen herzlichen Weihnachtsgruß des Orchesters enthalten. Auch den Gemeindemitgliedern, die aus Krankheits- oder Altersgründen unser Spiel nicht miterleben konnten, soll die Erzählung davon durch Verwandte oder Freunde etwas Weihnachtsstimmung überbringen.

Da die Hl. Messe, um es einmal profan auszudrücken, „wenig Action“ bietet, ähneln sich die Fotos aus den verschiedenen Jahren immer wieder sehr. Aus diesem Grunde beschränken wir uns in diesem Jahr auf ein Minimum an Bildern und möchten stattdessen unseren Lesern exemplarisch aus jeder Orchesterstimme ein Instrument vorstellen:

2. Mandoline, Akkordeon, Mandola, Schlagzeug und Percussion, 1. Mandoline, Bass und
                                                          Gitarre

Zum Abschluss dankte Vorsitzender Hans Fellbach den Zuhörerinnen und Zuhörern für die Treue zum Orchester im Jahre 2016 und wünschte allen ein gutes Jahr 2017. Dem schließt sich das Orchester an und wünscht allen Mitgliedern, Freunden und Förderern ein gutes neues Jahr 2017 - vor allem Gesundheit und Zufriedenheit.

Fotos: IL, Text: KPL, 26.12.2016

Ein Leben für die Zupfmusik
(Hans Fellbach feierte seinen 80. Geburtstag).

Musik hält jung! Das ist die Philosophie unseres 1. Vorsitzenden Hans Fellbach. Diese Musikgene sind familienbedingt, denn sein Vater war Gründungsmitglied des Mandolinen-Orchesters 1921 Kuchenheim e.V.

Der junge Hans trat 1952 mit 16 Jahren in das Mandolinen-Orchester ein, obwohl die Vereinssatzung ein Mindestalter von 18 Jahren vorsah; aber durch einen Vorstands-beschluss wurde eine Ausnahme zugelassen. Hans‘ erstes Instrument war eine schon etwas ramponierte Gitarre, sein erstes Lied, bei dem er mitspielen durfte: Ännchen von Tharau. Danach „schulte“ er um auf den Kontrabass. Der Transport eines so großen Instruments war mit den damaligen kleinen Autos jedoch recht schwierig, sodass der Verein 1965 einen kleineren E-Bass beschaffte. 1962 – 1964 ging es mit dem Orchester unaufhörlich bergab. Zuletzt agierten nur noch 12 Mitspieler (Spielerinnen gab es nur selten in dieser Phase). Von 1964 – 1972 war Hans Fellbach 2. Vorsitzender des Vereins und musste den nicht immer souveränen 1. Vorsitzenden häufig vertreten. Ab 1972 bis heute ist er der 1. Vorsitzende des Mandolinen-Orchesters 1921 Kuchenheim e.V. (44 Jahre – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!).

Zusammen mit dem damaligen Dirigenten Erich Radermacher hat er das Orchester gegen den Widerstand der „alten“ Mitglieder in den 1980er-Jahren behutsam modernisiert. Vor allem wurden in das Repertoire zeitgenössische und rhythmische Stücke aufgenommen. Wir wurden Mitglied im Bund Deutscher Zupfmusiker und vom Finanzamt als gemeinnütziger Verein anerkannt. Gründe für diese Gemeinnützigkeit waren zur Hauptsache die „Pflege der Kultur“ und eine „intensive Jugendarbeit“.

Dieses unglaubliche Engagement des 1. Vorsitzenden war nur möglich durch die Engelsgeduld seiner Frau Berti und deren Unterstützung. So kam es, dass die Mitspielerinnen und Mitspieler an diesem Donnerstag ihm nicht nur zu seinem 80. Geburtstag sehr herzlich gratulierten, sondern ihm außerdem für seine erfolgreichen Bemühungen um den Verein dankten und gleichzeitig auch seiner Ehefrau von ganzem Herzen für ihre jahrzehntelange Toleranz.

Wir wünschen den beiden noch eine Reihe guter Jahre in Zufriedenheit und bestmöglicher Gesundheit.

Die dankbaren Mitglieder des Mandolinen-Orchesters1921 Kuchenheim e.V.

Fotos: HM, Text: KPL, 10.11.2016

Gemeinsam geht’s besser!

Der Oktober ging mit einem wunderschönen sonnigen Sonntag allmählich zu Ende. Unser Orchester hatte für diesen Tag zu einem Mandolinenkonzert unter dem Motto: „Von Klassik bis Pop“ in die Aula des Hermann-Josef-Kollegs in Kall-Steinfeld eingeladen. Schon bei der Anreise durch die herbstlich sonnige Eifellandschaft gerieten manche Konzertgäste in Begeisterung und kamen entsprechend froh gestimmt am Kloster Steinfeld an.

Trotz dieser sehr guten äußeren Bedingungen, trotz eines schönen Konzertraums mit einer tollen Akustik und trotz der peniblen Vorbereitungen von Spielleiterin Vera Schmidt und ihrer Familie mit Freunden und Bekannten waren im Vorfeld des Konzerts die Sorgen des 1. Vorsitzenden Hans Fellbach und des Dirigenten Ulrich Bleck nicht eben gering gewesen. Mehrere Spielerinnen und Spieler waren erkrankt und mussten „ersetzt“ werden. Aber auch da konnte Familie Schmidt helfen: Stefan Schmidts Freund Benedikt übernahm das verwaiste Schlagzeug (und das sehr gut!), sein Freund Jannik die Tontechnik (und sorgte für eine ausgezeichnete Beschallung). Was jedoch das Schönste war: Matthias Quadt, der Vorsitzende des befreundeten Mandolinen-Clubs 1923 Königsdorf e.V., reiste mit knapp einem Dutzend Spielerinnen und Spielern an, um uns zu unterstützen. Dafür ein besonders herzliches Dankeschön!

Vorsitzender Hans Fellbach begrüßte die „Königsdorfer“ und auch das Publikum sehr herzlich. Verschmitzt meinte er, dies sei das erste Mal in seinen 45 Jahren als Vorsitzender, dass er so wenig in die Vorbereitung eines Konzerts eingebunden war, und er dankte der Familie Schmidt sehr herzlich für die geleistete Arbeit.

Dirigent Ulrich Bleck hatte wie immer ein schönes, breit gefächertes Programm zusammengestellt und gab den Zuhörerinnen und Zuhörern die notwendi-  gen Erläuterungen zu den einzelnen Stücken.

Die beiden Orchester hatten vor dem Konzert nur eine gute Stunde Zeit für eine Verständigungsprobe. Jedoch bei dem ersten Einsatz durch den Dirigenten klappte es auf Anhieb. Mehr noch, die Musikerinnen und Musiker wuchsen zeitweise über sich hinaus, was die Anwesenden mit frenetischem Beifall anerkannten.

Zur Pause boten Ehefrau, Tochter und Freunde von Orchestermitgliedern im Foyer des Kollegs Getränke, heiße Würstchen und Kaviarbrot an. Und nach dem Konzert zeigte ein Verlobter, wie man gekonnt Spenden akquiriert (s. Bild nächste Reihe rechts).  Auch hier allen ein Dankeschön für die tatkräftige Hilfe!

Der 2. Teil des Konzerts gehörte überwiegend der modernen Musik: „…when September ends“ und Musik aus verschiedenen Filmen: „Sister act“, „Pirates of Zimmer“ und „Dirty Dancing“. Über das gesamte Konzert verteilt gab es einige Stücke, die von Spielerinnen und Spielern mitgesungen wurden, etwas, das die Gäste wiederholt mit langanhal-tendem Applaus würdigten. Die letzte Zugabe war ein Potpourri als Hommage an Willi Ostermann, und die Zuhörerinnen und Zuhörer hatten Gelegenheit zum Mitsingen oder Mitsummen. Und „ab ging die Post“: „Och wat wor dat fröher schön doch in Colonia“. Das Publikum war aus dem Häuschen, Dirigent, Mitwirkende und Vorsitzender waren mehr als zufrieden – Vorhang.

Klar, dass wir nach diesem erfolgreichen Auftritt noch zwei Stündchen zusammensaßen, und schön auch, dass einige der Musikfreunde aus Königsdorf dabei waren.

Fotos: IL, Text: KPL, 30.10.2016

Geimeinsames Konzert mit dem Mandolinenclub 1923 Königsdorf e. V. und dem Vokalensemble in Frechen-Königsdorf

Hier noch einige fotografische Impressionen vom gelungenen Auftritt der beiden Orchester und des Chores.

 Fotos: StS, 11.09.2016

Aus grauer Städte Mauern zieh‘n wir durch Wald und Feld …
(Der gelungene Wandertag 2016)

Obwohl die Meteorologen eher durchwachsenes Wetter vorhergesagt hatten, trafen sich am Samstagmorgen kurz vor 10:00 Uhr gut zwei Dutzend Spielerinnen und Spieler des Orchesters mit Angehörigen oder Freunden am Euskirchener Bahnhof zum Start unseres Wandertags in Kall. Dort erwarteten uns Vera und Sepp (unsere Wanderführer) und die Spielerinnen und Spieler, die nur eine kurze Anfahrt haben, weil sie im Raum Kall wohnen.

Nach einem fröhlichen „Hallo“ ging es los: durch den Hüttengraben entlang der Urft bis nach Sötenich und weiter in einem schweißtreibenden Anstieg über den Lierberg. Einer unserer Senioren hatte die Topografie, seine persönliche Fitness und die Schnelligkeit der Dehydrierung wohl unterschätzt und musste einige Zwangspausen einlegen. Stefan war der Mann der Situation: Er verordnete dem Schwächelnden ein Viertelstündchen Ruhe, spurtete in größter Eile nach Hause und war nach kurzer Zeit mit seinem Quad wieder zur Stelle, packte den Erschöpften auf den Sozius, um ihn ans Etappenziel zu bringen (dass der Beifahrer ohne Helm mitfuhr, war sicherlich den außergewöhnlichen Umständen geschuldet). Derweil kämpfte sich der Rest der Mannschaft durch die Keldenicher Heide nach Keldenich zur „Ahornhütte“ der Familie Schmidt.

Hier konnten wir ein Weilchen verschnaufen und unseren Flüssigkeitshaushalt wieder auffüllen. Da wir zeitlich etwas in Verzug geraten waren, wanderten wir bald weiter durch das beschauliche Keldenich zum „Taubentaler Hof“. Dort produziert die Familie Gerden die „Beste Eifeler Ur-Milch“. Wir erhielten interessante Erklärungen zum Milchautomaten, und wer wollte, konnte ein Glas der köstlichen Milch aus dem Automaten probieren. Es ging weiter durch das „Bohle Tal“ und den Weyerer Wald bis zum „Margaretenhof“, einer großen Hofanlage, zu der das Café „Em Höhnerstall“ mit seinen selbst gebackenen Kuchen gehört. Danach war für alle, die noch halbwegs fit waren, ein Spiel geplant, das Vera in ihrer Einladung zum Wandertag kryptisch bezeichnet hatte als „B……… s……“ (Bauerngolf spielen war die Auflösung). Dieses Spiel vereint Elemente aus Golf und Minigolf und führt – wenn es bis zum Ende gespielt wird – kilometerweit hügelab und hügelauf. Wir wählten einen verkürzten Parcours, der von allen zu schaffen war.

Vera und Sepp hatten einen Fahrdienst organisiert, und so ließen wir uns nach dem Spiel entspannt zurück zur „Ahornhütte“ chauffieren, wo der Tag allmählich ausklingen sollte. Fleißige Hände hatten ein köstliches Salate-Büffet aufgebaut, den Schwenkgrill auf Betriebstemperatur gebracht, Dutzende Steaks oder Würstchen rostbraun gegrillt und für die Durstigen ausreichend Getränke gekühlt. Als es dunkel wurde, loderten die Flammen des Lagerfeuers empor. Verhalten erklangen erste Gitarrentöne. Wer den Text kannte, sang leise mit; wem der Text entfallen war, summte einfach dazu. Es folgten zwei sehr schöne und so besinnliche Stunden, dass niemand es störend empfand, als kurz nach 22:00 Uhr der Bus vorfuhr, um uns nach Hause zu bringen. So manch eine oder einer wird während der Fahrt gedacht haben: Das war wieder mal klasse!

Zum Schluss noch ein ganz herzliches Dankschön an Vera und Sepp, ihre Kinder, Verwandten, Nachbarn und Freunde für alles, das sie zum Gelingen dieses schönen Tages beigetragen haben. DANKE!

Fotos: IL, Text: KPL, 03.09.2016

Die Spätfolgen eines Adventskonzerts

Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres haben wir durch die Vermittlung unseres Mitspielers Uli ein gemeinsames Adventskonzert mit dem Kirchenchor Dottel-Scheven-Wallenthal aufgeführt. Dieses Konzert war wirklich hörenswert und hat nicht nur den Zuhörerinnen und Zuhörern gefallen, sondern auch den Mitwirkenden des Chores und des Orchesters. Zum Abschied meinten einige der Sängerinnen und Sänger, die Zusammenarbeit von Chor und Orchester sei so harmonisch gewesen, dass man sich auch außerhalb der Bühne noch einmal sehen sollte.

Und so kam es, dass wir Mitte Juni eine Einladung zu einem „gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen“ ins Pfarrheim Scheven erhielten. Rund ein Dutzend Orchestermit-glieder nahm diese Einladung an und wurde von der 1. Vorsitzenden Ursula Möres an diesem Sonntag sehr herzlich begrüßt. Die Damen des Kirchenchores hatten ein köstliches Kuchenbüfett hergerichtet und auch Platten mit Lachs nicht vergessen.

Bei Essen, Trinken und lebhafter Unterhaltung verging die Zeit wie im Flug. Wer etwas Bewegung haben wollte, spielte mit den Kindern im Hof und im Garten ein wenig Fußball.
Es herrschte eine heitere und gelöste Atmosphäre, fast jede und jeder sprach mit jedem, und bei der Verabschiedung hatte man das Gefühl, bei guten Freunden gewesen zu sein.

Zum Beweis noch ein paar Fotos, die Impressionen von diesem Nachmittag festgehalten haben.

Als Letztes noch ein Wort zu der herrlichen Tischdekoration, die in einer Schale auf jedem Tisch stand. Wie ein „Insider“ berichtete, haben Mitglieder des Kirchenchores diese Blumen am Feldrain eines umweltbewussten Landwirts (mit dessen Einwilligung) gepflückt.

Liebe Sängerinnen und Sänger, vielen Dank für das gemütliche Beisammensein und die tolle Bewirtung in Ihrem Pfarrheim. Hoffentlich auf ein Wiedersehen!

Fotos: IL, Text: KPL, 21.08.2016

Zum 4. Mal in der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen

In Kultur, Literatur, Musik, Gesellschaft und Geistesleben spielt die Zahl 4 nach der Vier-Elemente-Lehre eine besondere Rolle: Dort gibt es 4 Zeitalter, 4 Himmelsrichtungen, 4 Jahreszeiten, 4 Temperamente, 4 Lebensalter und 4 Tugenden. In der Musik gilt die Vier als die am häufigsten verwendete, und damit als die vollkommenste Zahl in der Taktstruktur - z. B.: 2/4, 3/4, 4/4, 5/4 und bei südamerikanischer Musik sogar 4/8.

Wir konnten daher hoffen, dass unser 4. Auftritt in der Eifelhöhen-Klinik in Nettersheim-Marmagen unter einem günstigen Vorzeichen stehen würde, und so fuhren wir wieder einmal erwartungsvoll und frohgemut in die Eifel: Dieses Mal aber ohne glatte Straßen, ohne Schnee und Nebel und auch ohne einen menschlichen Navigator mit geringer Ortskenntnis!

Der „Große Saal“ des Klinikums war gut gefüllt mit Gästen, die unseren Auftritt mit Spannung erwarteten. Nach der Begrüßung stellte unser Dirigent Ulrich Bleck die Frage, wer von den Anwesenden schon einmal Mandolinenklänge gehört oder sogar ein Instrument in der Hand gehabt habe. Leider: Kaum jemand! Daraufhin versprach er ein Programm, das die vielfältigen Möglichkeiten der Mandoline demonstrieren solle.

Als 3. Stück des Konzerts war „Córdoba“ von Werner Dünnebeil vorgesehen – und hier trat es ein, jenes singuläre Ereignis, das für jedes Orchester den Super-GAU bedeutet: Das gemeinsame Spiel brach auseinander. Einige Spielerinnen und Spieler wollten in die Schlussphase springen, andere das Stück noch einmal von Anfang an wiederholen. Es entstand ein solches Durcheinander, dass unser Dirigent alle abwinkte. Das Orchester wirkte betroffen, das Publikum schaute fragend, und Ulrich Bleck gab mit einem kleinen Lächeln eine so nette Erklärung für das Missgeschick, dass unsere Gäste mitlachen mussten. Zum Trotz das Stück noch einmal ab der „Unglücksstelle“, und dieses Mal klappte es bis zur letzten Note. Auch die weiteren Titel gelangen so gut, dass wir viel Beifall erhielten, und es deutlich wurde: Es war ein gelungener Abend.

Vielleicht konnten wir ja mit unseren Darbietungen einen winzigen Beitrag zum Gelingen der Rehabilitation unserer Zuhörerinnen und Zuhörer leisten. In diesem Sinne jedenfalls verabschiedete sich Ulrich Bleck und brachte die guten Wünsche des Orchesters für die weitere Behandlung zum Ausdruck.

Fotos u. Text: KPL, 09.06.2016

„Ein Nachmittag bei Heinrich Quetting“

Mit 16 Jahren entdeckte Heinrich (von seinen Freunden liebevoll Heinz genannt) Quetting seine Liebe zur Mandolinenmusik. Obwohl er das Spiel autodidaktisch erlernte, brachte er es zu einer erstaunlichen Perfektion. Ab 1970 spielte er mehr als 5 Jahrzehnte zunächst im Mandolinen-Orchester Königsdorf und später im Mandolinen-Orchester Kuchenheim. Seit einigen Jahren lebt Heinrich im CBT-Wohnhaus „St. Lucia“ in Wesseling. Sein großer Wunsch seitdem ist, seinem neuen Lebensumfeld einmal „seine“ beiden Orchester vorzustellen. Diesen Wunsch erfüllten wir ihm gern, und so waren beide Orchester an diesem Sonnabend zu einem gut einstündigen Konzert angereist.

Bei dem Programm für diese musikalische Stunde galt es, darauf zu achten, dass die Bewohner des Hauses Stücke aus ihrer Jugend und der Zeit danach wiedererkennen sollten, andererseits aber die anwesenden jüngeren Familienangehörigen erfahren konnten, dass ein Mandolinen-Orchester durchaus auch rhythmische und moderne Kompositionen darbieten kann. Unser Dirigent Ulrich Bleck hatte das Kunststück geschafft, etwas Gefälliges für beide Zielgruppen auszuwählen.

Die Leiterin des Hauses begrüßte uns sehr herzlich und dankte für die Abwechslung, die den Hausbewohnern an diesem Nachmittag durch unser Spiel geboten würde. In seiner Erwiderung brachte Ulrich Bleck zum Ausdruck, dass es beiden Orchestern geradezu eine Verpflichtung gewesen sei, Heinrich Quetting ein musikalisches Dankeschön für sein jahrzehntelanges Mitwirken auszusprechen. Der war sichtlich gerührt, und wer ihn ein wenig kennt, hatte das Empfinden, dass seine Gedanken durch die Jahrzehnte seines musikalischen Wirkens zurückwanderten.

Alles in allem: Ein schöner Samstagnachmittag für die Bewohner und ein Gefühl der Zufriedenheit bei den Spielerinnen und Spielern. Das wohl schönste Stück für die Zuhörerinnen und Zuhörer war die Zugabe „Kölsch Milieu“ - ein Potpourri aus beliebten Kölner Leedcher wie „Kinddauf-Fess unger Krahnebäume“, „Och wat wor dat fröher schön doch in Colonia“, „Kutt erop“, „Heimweh no Kölle“, bei dem für die Bewohner alles möglich war: Mitsummen, Mitsingen, Mitschunkeln, einige Tränen vergießen oder gar ein paar Tanzschritte wagen. Das war auch für die beiden Orchester ein „fröhliches Dabeisein“.

Danke Wohnhaus „St. Lucia“ für Eure Gastfreundschaft, und behütet unseren Heinrich Quetting gut! Vielleicht auf ein Wiedersehen - irgendwann.

Fotos: IL, Text: KPL, 21.05.2016

Das Frühjahrskonzert 2016 – eine musikalische Weltreise

Nach stundenlangem Üben in der heimischen Besenkammer, intensiven Proben im Orchester und einem strapaziösen Probenwochenende war er endlich da: der heiß ersehnte und mit Beklemmung erwartete große Tag des Frühjahrskonzerts.

Bei der Generalprobe am Samstagnachmittag schockierte Stefan uns mit der Eröffnung, Benedikt, unser bisheriger Tontechniker sei krank, und einen Vertreter habe er (Stefan) bisher noch nicht gefunden. Fast 200 Besucher, die suboptimale Akustik in der Kuchenheimer Schützenhalle und dann keinen Tontechniker für die Verstärkeranlage – das dämpfte die Erwartungen der Spielerinnen und Spieler erheblich. Doch dann: Sonntagnachmittag erschien Stefan mit Dirk, einem Tontechniker aus Leichlingen, der das Mischpult perfekt beherrschte – Gott sei Dank! Die meisten Stücke in der Generalprobe klappten gut bis sehr gut, und nur die ganz „dicken Brocken“ (Carmen: Auf in den Kampf, Torero) oder die Filmmusik aus „Dirty Dancing“ mit den schwierigen rhythmischen Figuren in „The Time of my Life“ bedurften einiger Wiederholungen. Um hier auch noch die letzten Feinheiten herauszuarbeiten, kam das Konzert wohl eine Woche oder zwei Wochen zu früh.

Dirigent Ulrich Bleck hatte wieder einmal ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, in dem wir das Publikum der fast vollständig besetzten Schützenhalle nach Italien, Spanien, Schottland, Nord- und Südamerika, ja sogar bis nach Israel führten. Lang anhaltenden und lautstarken Applaus erhielten einige Spielerinnen und Spieler (Inga, Lena, Miriam, Linus und Stefan), die bei verschiedenen Stücken sehr hörenswert mitsangen. Dabei fiel mir ein, dass man uns beim Probenwochenende in Jünkerath noch als „Mandolinen- chor aus Kuchenheim“ begrüßt hatte. Ein Mandolinenchor sind wir sicherlich nicht, aber als ein Mandolinen-Orchester mit einem exzellenten Vokalensemble kann man uns allemal bezeichnen.

      Einspielen             Catering       Spieler-Stärkung   2 Generationen      Begrüßung               

Interessiert lauschten die Besucherinnen und Besucher den Erläuterungen, die Ulrich Bleck zu den einzelnen Musikstücken gab. Auch die Spielerinnen und Spieler erhielten dabei einige Hintergrund-Informationen, die ihnen eine umfassendere Sicht auf die einzelnen Kompositionen vermittelte.

Als letzten Beitrag dann „It`s Time to say Goodbye“ - im wahrsten Sinne des Wortes: Zeit, um Tschüss zu sagen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer applaudierten begeistert, forderten aber gleichzeitig noch Zugaben. Als erste Zugabe “Walking Bass“, ein sehr schnelles und rhythmisches Stück, bei dem unser Bassist Heinz Loben noch einmal richtig die Finger laufen lassen musste und als zweite Zugabe ein musikalischer Dank an alle Freunde und Gönner des Orchesters: „Habt Dank, Ihr Freunde“ (Amazing Grace), von der manche im Saal sichtlich berührt waren.

Vorsitzender Hans Fellbach dankte im Namen des Orchesters und lobte das „Auditorium“ für das konzentrierte Zuhören und seine Disziplin. Großzügig erlaubte er den Gästen, das am Sitzplatz liegende Programm mitzunehmen und empfahl eindringlich, die Rückseite zu beachten, auf der ein pfiffiger Kopf eine Beitrittserklärung gedruckt hatte. Was sagt dazu der Volksmund? „Klappern gehört zum Handwerk!“

Fotos: IL, Text: KPL, 10.04.2016

Probenwochenende 2016 in Jünkerath

Das Schönste an unseren Frühjahrskonzerten sind immer die vorausgehenden Probenwochenenden. So auch an diesem Wochenende vom 1. – 3. April: Endlich einmal Zeit, um zwei oder drei Stunden ungestört proben zu dürfen und die Finger mal ohne störende oder belehrende Bemerkungen laufen zu lassen. Dazu zieht es uns immer wieder ins Bildungshaus der Salesianer in Jünkerath. Der Großteil des Orchesters tauchte schon am späten Freitagnachmittag dort auf und wurde von Mitarbeitern des Hauses sehr herzlich begrüßt. Einer der Spieler, ein älterer, recht seriös aussehender Herr in dunkler Kleidung, wurde vom Geistlichen des Hauses mit den Worten empfangen: „Sind Sie ein Mitbruder und der geistliche Begleiter dieser Gruppe“? Verschämtes Kopfschütteln beim Angesprochenen und allgemeine Heiterkeit beim Rest der Truppe. Große Freude herrschte im Orchester auch darüber, dass unsere Mitspielerin Marlies Sander nach langer Spielpause wieder auf ihren Platz in der Mandola-Stimme zurückgekehrt ist!

Nach einem schmackhaften und reichlichen Abendessen ging es zur 1. Probeneinheit in den Übungsraum im Keller. Bezeichnenderweise begann unser Dirigent Ulrich Bleck das Probenwochenende mit „Auf in den Kampf Torero“. Das ließ schon Schlüsse auf das gesamte Wochenende zu. Auch die anderen Musikstücke waren nicht eben einfach und erforderten höchste Konzentration. Nach gut zwei Stunden hatten wir uns den Programmpunkt „Freie Abendgestaltung“ redlich verdient. Dank der Vorsorge von Vera und Hans waren wir ausreichend mit Getränken versorgt. Um allen Unterstellungen und Besorgnissen der Eltern unserer jungen Spieler vorzubeugen: Der Alkoholkonsum überschreitet (so gut wie) nie die 0,2-Promille-Grenze! Einige Spielerinnen hatten angeboten, Knabberzeug mitzubringen. Doch dummerweise würden die erst am nächsten Morgen anreisen, wie Vera mitteilte. Betretenes Schweigen und verlegenes Lächeln – dumm gelaufen!! Uli und Stefan retteten die Situation, in dem sie schnell zum nächsten Aldi flitzten und das Notwendige noch besorgten. Dann konnte der Abend der netten Gespräche und der lebhaften Scherze beginnen. Unsere „Jugend“ (wozu auch unser Dirigent zu zählen ist), spielte fast 3 Stunden das neue Strategiespiel „Phase 10“. Selbst Ulrich Bleck hatte seine helle Freude an diesem Spiel.

Nach einer erholsamen Nachtruhe wartete ein reichhaltiges Frühstück auf uns, und danach auch unser Dirigent, um mit dem Programm vom Freitag fortzufahren.

Nach und nach tauchten die restlichen Orchestermitglieder auf und mit ihnen Nüsse, Chips u. Ä. Das Highlight beim Mittagessen waren große Salatschüsseln auf allen Tischen mit gemischtem Salat und einem Dressing, von dem alle in den höchsten Tönen schwärmten. Man hätte sich fast schämen mögen, als mindestens drei- oder viermal neue Salatschüsseln nachgefragt wurden. Die letzte Schüssel enthielt nur noch fünf Salatblättchen, die der Saal-Service mit einem resignierenden Achselzucken auf den Tisch stellte. Die Zutaten für das nachmittägliche Kuchenbüfett hatten einige Spielerinnen mitgebracht, und Hans Fellbach, unser Vorsitzender, hatte es appetitlich aufgebaut und für Kaffee und Tee gesorgt. An diesem Samstag gab es fünf Probeneinheiten, die nur unterbrochen wurden von der Mittagspause mit einem kurzen Spaziergang und dem Nachmittagskaffee, nach dessen Üppigkeit sich manche fühlten wie ein Kuchenblech auf zwei Beinen.

Wegen des allgemeinen Überschreitens der Belastungsgrenze verkürzte Ulrich Bleck die letzte Probeneinheit um eine halbe Stunde und verblüffte uns vorher mit einem ungewöhnlichen Vorschlag: Er empfahl, dem Klang des Orchesters einmal nicht nur aus der eigenen Position zu lauschen, sondern vom Treppenhaus her dem gesamten Klangkörper aller Stimmen. Es setzte eine regelrechte „Flucht“ der Spielerinnen und Spieler ein, und die meisten kamen nachdenklich oder auch beifällig nickend zurück: Die Plagerei des Tages war nicht vergeblich gewesen! Um uns wieder ein wenig fit zu machen, lud Stefan Schmidt zu ein paar Entspannungsübungen ein, die von allen als wohltuend empfunden wurden.

Nach diesem Tagespensum ging es am Samstagabend wesentlich ruhiger, aber keineswegs ungemütlich zu. Wie es inzwischen schon Tradition ist, gestalteten wir die hl. Messe am Sonntagmorgen mit (Messdienerin, Lektorin, Organist und 4 Beiträge des Orchesters). Dass der Priester uns als „Mandolinenchor“ aus Kuchenheim begrüßte und Ulrich Bleck damit vom Dirigenten zum Chorleiter degradierte, tolerierten wir an diesem Sonntag, der im Kalender der Kirche „Sonntag der Barmherzigkeit“ genannt wird.

Nach einem kräftigen Frühstück „bat“ Ulrich Bleck zu den letzten Probeneinheiten. Zunächst wurden alle Titel in die Reihenfolge gelegt, in der sie beim Konzert aufgeführt werden sollen. Dann hatten alle Spielerinnen und Spieler die Möglichkeit anzugeben, ob und ggf. bei welchen Passagen oder Sequenzen sie noch Unsicherheiten verspürten. Der Dirigent gab dazu dann noch einmal die notwendigen Erklärungen und setzte auch in den beiden letzten Einheiten diese filigranen Arbeiten fort.

Zwischen diesen Einheiten aber lag – oh Mann, oh Mann, ein Mittagsessen wie für Weihnachten und Ostern zusammen. Und als krönenden Abschluss dazu, eine große Platte, auf der sich die leckersten Eissorten türmten. Selbst unsere ausgemachtesten Süßspeisen-Liebhaber mussten beim 3. Rundreichen passen.

Auch im Probenkeller hinterher fiel das musikalische Fazit sehr zufriedenstellend aus. Zum Schluss noch allgemeines Packen, Aufräumen und ein letztes gemeinsames Tässchen mit etwas (positiver) Manöverkritik, bevor es dann Richtung Heimat ging.

Wir hoffen nun sehr, dass wir die Ergebnisse des Probenwochenendes in unserem Konzert gut umsetzen können, und die Gäste an unserem Spiel Gefallen finden werden.

Fotos u. Text: KPL, 03.04.2016

Jahreshauptversammlung 2016

Mit einem energischen Läuten seiner „Präsidenten-Glocke“ eröffnete Vorsitzender Hans Fellbach die ordentliche Mitgliederversammlung 2016. Von den 113 Mitgliedern des Vereins waren 26 erschienen und wurden vom Vorsitzenden herzlich begrüßt.

Seit der letzten Jahreshauptversammlung sind fünf Vereinsmitglieder verstorben: Gisela Dietrich, Maria Bürvenich, Günter Ulhaas, Jakob Fleischhauer (viele Jahre Ausbilder unserer Mandolinenschüler) und der langjährige Kassenwart Josef Fleischhauer. Hans Fellbach bat um ein ehrendes Gedenken für diese Verstorbenen.

Aus seinem Bericht zur Lage des Vereins konnte man heraushören, wie zufrieden – ja auch stolz er mit der derzeitigen Situation im Orchester ist. Es gibt 30 aktive Mitglieder, und durch die vielen jungen und sehr jungen Spieler beträgt das Durchschnittsalter des Orchesters 44 Jahre. Damit kann ein Vorsitzender doch mehr als zufrieden sein! Auch die Zahl der Jubilare zeigt deutlich, wie Verein und Orchester in der Dorfgemeinschaft verankert sind. Hans Fellbach ehrte folgende Mitglieder, denen die 2. Vorsitzende Inga Bell die Urkunden überreichte:

Peter Weber – für 50-jährige Mitgliedschaft, Om Piassa – für 40-jährige aktive Mitgliedschaft, Franz Gorski – für 25-jährige Mitgliedschaft. Die Jubilare Helmut Brock und Jakob Gast (beide 50 Jahre Mitglied) waren leider aus persönlichen Gründen verhindert.

In seinem Geschäftsbericht für das Jahr 2015 gab Heinz Loben eine sehr positive Darstellung über das Vereinsgeschehen 2015 (mit dem Höhepunkt: Besuch vom Mandolinen- und Gitarrenorchester Stockum mit dem gemeinsamen Konzert in der Hermann-Josef-Schule in Euskirchen).

Auch der folgende Bericht unseres Kassenwarts Manfred Blum zeigte deutlich, dass es sehr gut um die Finanzen des Vereins bestellt ist. Trotz erheblicher Investitionen im vergangenen Jahr hat sich der Kassenbestand gegenüber 2014 lediglich um knapp 600,00 € verringert und stellt damit ein ausgezeichnetes Ergebnis dar. Dies sahen auch die Kassenprüfer Claudia und Harry Meixner so und bestätigten dem Vorstand einen verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Umgang mit den Finanzmitteln des Vereins. Ihrer Empfehlung: Entlastung des Kassenwarts und des gesamten Vorstands, folgten die anwesenden Mitglieder und stimmten einer Entlastung einstimmig zu – bei Stimmenthaltung des Vorstands.

Bei den folgenden Vorstandswahlen konnte man feststellen: Es bleibt viel Erfahrung, aber es gibt auch Raum für neue Ideen:

Wiedergewählt wurden der bisherige 1. Vorsitzende Hans Fellbach sowie die bisherige 2. Vorsitzende Inga Bell. Neu gewählt als Geschäftsführerin wurde Hedwig Müller-Neimann, da der bisherige Geschäftsführer Heinz Loben nicht mehr kandidierte. Wiedergewählt als Kassenwart wurde Manfred Blum, und auch die bisherige Spielwartin Vera Schmidt wurde wiedergewählt. Stefan Schmidt wurde zum Archivar gewählt, nachdem die bisherige Archivarin Angelika Gehrke nicht mehr kandidiert hat. Folgende Mitglieder wurden zu Beisitzern in den erweiterten Vorstand gewählt: Lydia Bleck, Andreas Huppertz, Claudia Meixner und Sepp Schmidt. Zu Kassenprüfern gewählt wurden Trude Bohne und Harry Meixner. Alle Wahlen erfolgten einstimmig bei Enthaltung der Gewählten.

Ein abschließendes Statement kam von unserem Dirigenten Ulrich Bleck, der ausführte, dass das Orchester sich inzwischen auch außerhalb von Kuchenheim oder Euskirchen einen Namen gemacht habe. Überall erfahre man eine hohe Resonanz und große Zustimmung. Aus diesem Grunde plane er eine CD mit neuen modernen Stücken. Außerdem wolle er in Kuchenheim und evtl. im Raum Kall einen „Schnuppertag für Interessierte“ anbieten.

Nach rund 2 Stunden schloss ein zufriedener Vorsitzender die Sitzung. Das letzte Wort des Abends hatte mal wieder unser Kassenwart, als er zur Kellnerin sagte: „Eine Runde, bitte“!

Fotos u. Text: KPL, 26.02.2016

Weihnachtliches Konzert in der Nikolauskirche in Kall

Eigentlich wollten wir an diesem 3. Januar 2016 ein Weihnachtskonzert in unserer Heimat-Pfarrkirche St. Nikolaus in Kuchenheim geben - wenn, ja wenn nicht infolge vergessener Absprachen im kirchlichen Verwaltungsapparat der Kuchenheimer Kammerchor für 18:00 Uhr an diesem Tag zu einem “Konzert zum Zuhören und Mitsingen“ eingeladen hätte. Zwei Angebote am selben Nachmittag, so viele interessierte Musikfreunde gibt es nun auch nicht in unserem Pfarrverband. Da mussten wir einen Ausweichplan entwickeln. Wenn unser Konzert schon nicht in „unserer“ Nikolauskirche stattfinden konnte, dann wenigstens in einer anderen Kirche des hl. Nikolaus, und die fanden wir in Kall, dem Ort, aus dem inzwischen rd. ein Viertel unserer Spielerinnen und Spieler kommt. Wegen dieses vertrauten Namens der Pfarrkirche, aber auch, um einmal deutlich zu machen, dass die „Kaller“ (ebenso wie die „Brühler“ oder „Weilerswister“) jährlich rd. 2500 km zu unseren Proben und Auftritten zurücklegen müssen.

Die Nikolauskirche in Kall wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges durch Bombenangriffe zerstört. Nur der Kirchturm blieb, wenn auch beschädigt, erhalten. Ab dem Jahr 1951 wurde die spätgotische Hallenkirche wieder aufgebaut, wobei man den Turm der alten Kirche in den Neubau integrierte. Eine Statue des hl. Nikolaus`, dem Schutzpatron der Pfarrgemeinde, rechts neben dem Altarraum ist das Werk eines Bildschnitzers aus Südtirol und der ganze Stolz der Pfarrgemeinde, ebenso wie eine Nikolausglocke aus dem Jahr 1514 n. Chr. Eine sehr schöne Kirche, in der wir uns gleich wohlfühlten, die aber für unsere leichte  Auftrittskleidung ein klein wenig „unterkühlt“ war.

Unser Orchester hat in den letzten Wochen mehrere Advents- und Weihnachtskonzerte gegeben. Das Konzert an diesem 3. Januar war vielleicht das schönste. Neben dem Orchester stellte Dirigent Ulrich Bleck einige Orchester-mitglieder heraus, die auch solistisch aufgetreten sind: Die „Jungen Stimmen“ Inga und Miriam, sowie Linus und Stefan, als sie im Quartett „Adiemus“ sangen. Des Weiteren wieder Inga und Miriam mit dem „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ und Franz Schuberts herrliches „Ave Maria“, das die beiden sehr einfühlsam vortrugen. Für das  „Kleine Weihnachtskonzert“ von Ursula Barthel legten Daniela und Maria ihre Gitarren zur Seite und ergänzten mit ihren Blockflöten das Spiel des Orchesters. Ein tolles Klangerlebnis.

In den „Weihnachtsklängen“ von Franz Stolzenwald waren die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Mitsingen eingeladen: „Vom Himmel hoch“, „Ihr Kinderlein kommet“, „Am Weihnachtsbaume“, „O Tannenbaum“, „Süßer die Glocken“, „Leise rieselt der Schnee“, „O du fröhliche“ und vielleicht zum letzten Mal in der zu Ende gehenden Weihnachtszeit „Stille Nacht“.

Zum Abschluss noch der Dank des Vorsitzenden Hans Fellbach und des Dirigenten Ulrich Bleck an das Publikum. Dann als Zugaben: „Lasst uns lauschen, heilige Engel“, „Petersburger Schlittenfahrt“, „Jingle Bells“ und auf besonderen Wunsch noch einmal den „Abendsegen“.

Das Publikum applaudierte so begeistert, dass auch wir sehr berührt waren. Vielen Dank, liebe Musikfreunde in Kall. Es würde uns Freude machen, bei Ihnen noch einmal mit einem nicht-weihnachtlichen Programm aufzutreten.

Fotos: IL, SB, Text: KPL, 03.01.2016